Einmal Berlin-Prinzessinnengarten und zurück

Wenn ich schon mal wieder in Berlin bin – immerhin 7h Zugfahrt – dann muss ich auch den Prinzessinnengarten in Kreuzberg besuchen. Eine funktionierende Kamera wäre aber auch nicht schlecht gewesen: Der Saft hat nur bis zum Codex Hammurapi im Pergamonmuseum gereicht :-/ Jetzt muss ich mich halt mit Bildern von Flickr mit Creative Commons-Lizenz begnügen.

Alles Grün im Prinzessinnengarten, Berlin

Flickr-Galerie Prinzessinnengarten, Berlin

Der Prinzessinnengarten ist ein „Urban Gardening“-Projekt mitten in Berlin. Hier wird auf dem verseuchten Boden einer Industriebrache Biogemüse geerntet, weil die „Beete“ Bäckerkisten, Reissäcke oder Tetrapacks sind.

2009 wurden 6000 Quadratmeter vom Müll befreit – mehr als ein halbes Fußballfeld – und Kinder, Nachbarn, interessierte Laien, passionierte Gärtner konnten mit den Initiatoren lernen, lokal und nachhaltig Lebensmittel herzustellen und einen ganz eigenen Ort urbanen Lebens zu schaffen, der allen offen steht.

Sozial-ökologische Ziele

So steht also über dem besonderen gärtnerischen Aspekt des „Mobilen Gartens“  das Ziel, im gemeinsamen Lernen zukunftsfähige Formen städtischen Lebens zu entwickeln im Sinne biologischer Vielfalt,  Stadtökologie, Klimaanpassung, Recycling und nachhaltigen Konsums.
Man kann übrigens für das Projekt voten oder Beetpatenschaften übernehmen – es kann so an etwas finanzielle Förderung kommen!

Imkern in Berlin

Begeistert hat mich als ehemaligen Imker die Stadtimkerei im Prinzessinnengarten, gleich neben dem sehr schönen Cafe-Bereich unter blühenden Robinien. Und es stimmt schon: Stadtbienen haben´s gut! Keine Monokulturen und so ganzjährig eine Vielfalt von Blüten, keine Herbizide, ausgeglichenes Klima!

Es gibt auch ein eigenständiges Imker-Netzwerk in Berlin unter berlinerhonig.de

Stadtimker Berlin

Stadtimker Berlin

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Kartoffeln im Gartenerde-Sack gezogen

Kartoffeln im Gartenerde-Sack gezogen a la Prinzessinnengarten

Als ich die Doku auf Arte gesehen habe (siehe Artikel vom 13. Februar 2011) wurde auch die Ernte der in Reissäcken gezogenen Kartoffeln gezeigt. Das hat mich begeistert, ist doch in dem schweren hiesigen Boden mit Kartoffeln kein großer Staat zu machen. Vom Versuch im letzten Jahr hatte ich noch ein paar Töften (siehe Hobbitrezept) im Keller, die auch schon angetrieben und leider schon sehr lange, spindelige Dunkeltriebe geschoben haben.
Trotzdem habe ich sie in ein paar leere Gartenerdesäcke gesteckt und mit Erde angehäufelt – mal schauen!

Baumspinat (Chenopodium giganteum), Wikipedia

Baumspinat (Chenopodium giganteum), Wikipedia

Und naben all dem konzeptionell und in der Umsetzung Bewundernswertem habe ich auch eine für mich ganz neue, interessante Pflanze entdeckt: Baumspinat, Chenopodium giganteum (Magenta Spreen), mehr dazu auch im Blog: Garten – anders.

Leider hätten die im Prinzessinnengarten angebotenen Pflänzchen die Heimreise im Zug nicht überlebt – so musste ich eben jetzt noch Samen bestellen und schauen, ob das noch etwas wird.

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