Braunfäule, grüne Tomaten und ein Chutney

Braunfäule

Braunfäule an der Strauchtomate Glacier

Braunfäule an der Strauchtomate Glacier

Am 4. August habe ich an der Strauchtomate Glacier die ersten Anzeichen der Braunfäule gesehen und wusste: Das Ende naht.

Nun ist es soweit. Die Blätter sind braun und trocken und auch auf den Stielen breitet sich die Braunfäule immer weiter aus. Auch die Früchte werden jetzt befallen und werden glasig braun.
Zeit also, noch an roten, halbroten und grünen Tomaten zu ernten, was zu ernten ist.

Grüne Tomaten

Grüne und halbrote Tomaten

Die halbroten können nachreifen, die grünen Tomaten werden gleich verarbeitet

Diese unkomplizierte Strauchtomate hat uns seit dem 6. Juli viele rote, sehr schmackhafte, kleinere Tomaten geschenkt.
Nun bleibt also nur noch, ihr letztes Geschenk anzunehmen und aus den vielen grünen, noch gesunden Früchten noch etwas zu kreieren.

Die halbroten Tomaten können noch etwas nachreifen. Man muss aber genau hinschauen: Wenn die Braunfäule sie schon erreicht hat, wird aus dem Nachreifen nichts und die Früchte werden braun.

Chutney

12 Gläser Chutney aus den grünen Tomaten

12 Gläser Chutney aus den grünen Tomaten

Aus den grünen Tomaten kann man ein leckeres Chutney machen als Beilage zum Beispiel zu Gegrilltem.
Wichtig ist, nicht die ganz kleinen grünen Früchte zu nehmen, auch wenn das weh tut, wenn man sie samt dem befallenen Strauch in den Mülleimer (nicht auf den Kompost!) wirft.
Die grünen Früchte der Nachtschattengewächse – und dazu gehört auch die Tomate –  sind grundsätzlich giftig, sie enthalten giftige Alkaloide wie z.B. Solanin. Entscheidend ist, dass der Solaningehalt mit zunehmender Reife abnimmt (aber dabei nie völlig verloren geht! siehe Solaningehalt von Tomaten der Forschungsanstalt für Gartenbau Weihenstephan)

Die ganz kleinen, grünen Tomaten haben also einen für das Chutney zu hohen Solaningehalt und müssen deshalb leider ungenutzt weggeworfen werden, ab 3cm Größe sind sie verwertbar. Letztlich ist es wie bei allem: Die Dosis macht das Gift – ich werde nicht ein Kilo Grüne-Tomaten-Chutney auf einmal essen, da wird mir sowieso schlecht!

Das Rezept

Chutney aus grünen Tomaten - so wird´s gemacht!

Chutney aus grünen Tomaten - so wird´s gemacht!

Chutneyrezepte gibt es wie Sand am mehr. Mir war wichtig:
Es muss fruchtig-süß sein und – soll nicht nach Curry schmecken, einfach als Alternative zu den herkömmlichen.

Zutaten:

  • 2,3 kg Grüne Tomaten
  • 4-5 Äpfel und ein paar Zwetschgen (Fallobst)
  • 4 mittelgroße Zwiebeln
  • Salz
  • 250g (1 Tüte) Rosinen
  • 1 kg Zucker
  • 750 ml (1 Flasche) normalen Haushaltsessig
  • Senfkörner
  • 1 Chilischote
  • Koriander, ganz
  • Pfeffer gemahlen
  • 5 Gewürznelken
  • Kurkuma
  • Eine große Knolle frischen Ingwer
  • 10 Knoblauchzehen

Zubereitung:

Grüne Tomaten und Äpfel in 1cm große Würfel schneiden.  Zwiebeln kleinschneiden.
Alles zusammen mitsamt den Gewürzen in einen großen Topf geben und zum Kochen bringen.

Ingwer und den in Scheiben geschnittenen Knoblauch in Olivenöl anschwitzen und zu den grünen Tomaten geben.

2h leise köcheln lassen, bis das Chutney dick und braun wird. Dabei immer wieder rühren und Angelegtes am Boden immer wieder lösen.
Dabei Achtung! Wenn das Chutney dick wird, kann es beim Rühren stark aufwallen und spritzen. Ursache ist der Siedeverzug. Nehmt also einen langen Kochlöffel und haltet den Deckel beim Rühren etwas drauf!

Wenn das Chutny schön eingedickt und rotbraun geworden ist, kann es in heiße Gläser gefüllt werden. Das Chutney hält sich gut ein Jahr bis zur nächsten Grillsaison im Sommer und wird mit etwas Lagerungszeit immer besser.

Gut geeignet als Beilage zu Steaks aller Art sowie Wurst und Käse aber auch zu vegetarischen Gerichten.

Dieser Beitrag wurde unter Gartenpraxis, Küchengarten, Mobiles Beet veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.