Fahrschule Ernährung – Entwurf Buchrezension Teil 3

Fahrschule Ernährung - von Ulrike Richter, erschienen im Verlag Freies Geistleben

Fahrschule Ernährung - von Ulrike Richter, erschienen im Verlag Freies Geistleben

Gesellschaft und Ernährung – kontrovers

Zum Kultus  gehört bis heute auch das „Kaleidoskop“ der Ge- und Verbote in Glauben und Religion – von der rituellen Würdigung von Speisen bis hin zum Verzicht auf die selben.

Trends und Zeitgeist

Dem Zeitstrahl folgend ändert sich im Laufe der Jahrhunderte Einstellung und Wissen zu Nahrung und Ernährung: Es folgt der Trend der Veränderung und der TV-Koch dem Ernährungswissenschaftler. Ob Natur oder Häppchen, fremde Länder, viel und billig oder Chilled-Food – alles beleuchtet die Autorin Ulrike Richter in ihrer „Fahrschule Ernährung.

Und bevor sie provokativ drei Kapitel mit der Überschrift „Als die Frauen den Löffel abgaben“ folgen lässt formuliert sie nicht weniger pointiert: Arme Leute sind dick – reiche Leute sind dünn! und versucht ihre These mit einer einfachen Fallstudie.
Sehr interessant in diesem Zusammenhang sind die „zuckersüßen“ Hinweise auf Wechselwirkungen zwischen politischem Willen und wirtschaftlichen Interessen bei ernährungsbedingten Krankheiten.

Männer und Frauen – Herd und Kühlschrank

Auf den nächsten fast 30 Seiten geht´s zur Sache – und ans Selbstverständnis von Koch und Köchin.
Intelligent und sachkundig, aber auch pointiert und mit feiner Ironie führt Ulrike Richter ihre Leser in die Garküchen der Geschlechter und startet den Parforceritt durch die Jahrhunderte der Herrschaft über den Kochlöffel mit dem Statement: „Zum ersten Mal gaben die Frauen den Kochlöffel etwa im 16. Jahrhundert ab“

Was folgt ist absolut lesenswert und wird – wie auch in anderen Teilen des Buches – passend zum Motto der „Fahrschule Ernährung“ – strukturiert und getaktet durch unübersehbare Stopschilder. Diese lassen den Fahrschüler in persönlichen Fragen das eben „Gelernte“ reflektieren und bringen die Inhalte noch einmal ganz nahe an den Leser.

Kultiviert kochen und essen!

Ein kurzer Einblick in das „enorme Geschäft Ernährung“ mit einigen der prägnantesten der vielen gelungenen Formulierungen dieses Buches führt über in das nächste Kapitel und formuliert schon hier als Motto: Das Sehnen nach dem gemeinsamen Tisch!

Altes Rom – finsteres Mittelalter und … die Erfindung von Messer und Gabel!  Was sich „gehört“ war und ist immer dem Zeitgeist unterworfen. Und doch: Vieles was im „Alten Rom“ schon zum guten Ton gehörte ist trotzdem heute noch immer nicht überall und bei jedem Teil von Esskultur und Tischsitte. Überzeugen Sie sich beim „Stopschild“ auf Seite 134!

(… gesamte Rezension)

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