Das Bohnenbeet-Experiment

Beet für Stangenbohnen mit Salat, Kohlrabi,, Radieschen und Frühlingszwiebel

Das Beet für Stangenbohnen mit Salat, Kohlrabi,, Radieschen und Frühlingszwiebel als Zwischenfrucht

Alles in der Natur ist bestimmt von einer inneren räumlich-zeitlichen Ordnung. Alles Wachsen und Vergehen geschieht in der eigenen Zeit und mit den Möglichkeiten von Licht, Boden und Klima. Dem naturnahen Gartler sind diese Gesetzmäßigkeiten der natürliche Rahmen seines gärtnerischen Handelns.

Aber deren Kenntnis und Beachtung schränkt nicht ein, sondern eröffnet Möglichkeiten zur Optimierung der Nutzung der – in der Regel bemessenen – Fläche einen Haus- und Küchengartens.

Die einfachste Möglichkeit, die Beete optimal zu nutzen, ist die Produktion von eigenem Salat und Gemüse über die ganze Vegetationsperiode hinweg. Nach dem frühen Anbau von Erbsen kann so z.B. Grünkohl als Nachfrucht folgen und bis in den späten Herbst hinein kultiviert und geerntet werden.

Das Bohnenbeet am 9.6.2012

Das Bohnenbeet am 9.6.2012 - Radieschen sind geerntet, letzte Salatköpfe und Kohlrabiknollen stehen noch, die Bohnen wachsen

Nicht ganz so einfach ist der Anbau von Gemüse und Salat gleichzeitig und nebeneinander auf einem Beet. Dabei sind Licht-, Platz- und Nährstoffbedarf, Verträglichkeit und Wuchsrelationen zu beachten. So können zwischen langsam wachsenden Kohl mit großem Nährstoff- und Platzbedarf schnell wachsende und eher anspruchslose Salate wie Kopfsalat gepflanzt oder Rukola und Radieschen gesät werden. Die sind dann schon längst geerntet, wenn die Kohlpflanzen mit breitem Wuchs die Beetfläche bedecken.

Bei mir kommt zwischen allem, was mehr als 30 cm Pflanzabstand braucht, irgend eine schnelle Zwischenkultur. Heuer für diesen Zweck neu endeckt: die Lauchzwiebel! Zeitig vorgezogen ist sie Ende Mai erntereif und mit ihrem schlanken Wuchs braucht sie wenig Platz zwischen Mangold, Sellerie oder Kohlrabi.

Ein positiver Nebeneffekt der intensiven Beetnutzung unter Beachtung der räumlich-zeitlichen Ordnung ist die kontinuierliche Bodenbedeckung im Sinne einer Dauerkultur – ohne die teils negativen Aspekte des Mulchens wie die Förderung der Schnecken und Verhinderung der willkommener Ansamung. Um die eher unwillkommenen Beikräuter im Zaum halten zu können muss aber strikt in Reihen gepflanzt und gesät werden und ein Reihenmindestabstand von 15 cm zum Hacken eingehalten werden.

Zum Gesellenstück entwickelt sich bei mir das Beet mit den Stangenbohnen.
Das Beet ist ja schon zeitig vorbereitet, die seit dem 19.04. vorgezogenen, frostempfindlichen Bohnen wollen aber erst nach den Eisheiligen ins Freiland. In dieser Zeit wachsen aber schon Kopfsalat und Kohlrabi heran, die vorgezogenen Pflanzen wurden am 23.04. zwischen die Markierungen für die Bohnenstangen gepflanzt. Dieser Zeitvorspung reicht, um Salat und Kohlrabi noch ernten zu können, bevor die Stangenbohnen das Beet überwachsen. Heuer bin ich noch einen Schritt weiter gegangen: Zwischen den Reihen mit Salat und Kohlrabi habe ich Radieschen gesät und innerhalb der inneren Reihen überzählige weiße Frühlingszwiebel-Sämlinge gesteckt – mal schaun ob das so hinhaut …

Nun sind – bei den heurigen Eisheiligen vielleicht etwas voreilig – die vorgezogenen Bohnen gepflanzt und es braucht nur noch ein paar warme Tage um vom Bohnen-Beet die ersten jungen Gemüse zu ernten.

Denn das ist ja das Ziel: Erzeugung von gesunden und frischen Lebensmitteln aus dem eigenen Garten. Weitere Informationen zu Gesundheitsaspekten von Gemüse und auch anderen Lebensmitteln gibt es bei den Ernährungthemen auf  www.lebensmittel-warenkunde.de, unter anderem mit einer ausführlichen Nährwerttabelle für Gemüse.

 

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