Maria Sybilla Merian – Natur ist Kunst

Maria Sibylla Merian auf 500-DM Schein

Die Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian auf dem 500-DM Schein. Quelle: Deutsche Bundesbank, Frankfurt am Main.

Am 2. April 2014 jährt sich der 367. Geburtstag der  Naturforscherin und Künstlerin Maria Sibylla Merian.

1699 unternahm die Zweiundfünfzigjährige eine zweijährige Forschungsreise in die niederländische Kolonie Surinam.

Eine Frau um 1700, ohne männlichen Schutz, allein von ihrer Tochter und einigen Indianern begleitet – diese Leistung allein  schon  verschaffte ihr in Europa nachhaltig Bewunderung und Respekt

Nach Europa zurückgekehrt publizierte Maria Sibylla Merian ihr berühmtes Hauptwerk Metamorphosis insectorum Surinamensium. Es überzeugte zwar durch die exzellenten Forschungsergebnisse und deren exakte Darstellungen in den Kupferstichen der Künstlerin auch die damals wie heute von Männern dominierte Wissenschaftselite. Dass ihre  Werke jedoch in Deutsch statt in der Wissenschaftssprache Latein verfasst waren, bot willkommenen Anlass, auf Werk und Forscherin verächtlich  herabzublicken.

Kolorierter Kupferstich der Maria Sybilla Merian aus Metamorphosis insectorum Surinamensium

Solanum indicum – Kolorierter Kupferstich aus Metamorphosis insectorum Surinamensium, Bildtafel VI. 1705 (Quelle: Wikipedia Commons

Heute jedoch gilt Maria Sibylla Merian wegen ihrer genauen Beobachtungen und Darstellungen als wichtige Wegbereiterin der modernen Insektenkunde und begnadete Künstlerin.

Gegen Ende des 20. Jahrhunderts wurden Wissenschaftlerin und Werk  durch die Deutsche Bundesbank in der sogenannnten „Persönlichkeitsserie“ der DM-Banknoten gewürdigt.

Dabei war das Porträt von Maria Sibylla Merian  ursprünglich für die 1990 neu eingeführten und in der Nutzung bedeutenden 100-DM-Scheine vorgesehen. Ästhetische Bedenken – seien es die der ungenügenden Druckvorlage oder, wie die Süddeutsche vermutet, männlich chauvinistische – führten aber schließlich dazu, dass die bedeutende Naturforscherin, Malerin und Kupferstecherin zusammen mit einer stilisierten Wespe nur auf den weniger gebräuchlichen 500-DM-Scheinen zu sehen ist. Die Rückseite zeigt mit den Abbildungen eines Löwenzahns sowie Raupe und Falters des Ginster-Streckfußes Abbildungen aus aus einem ihrer Bücher. Den Hunderter zierte stattdessen die Komponistin Clara Schumann.

Maria Sibylla Merian – die zeitweise ihren Lebensunterhalt durch Malkurse bestreiten musste – starb 1717 im Alter von 69 Jahren in Amsterdam nach einem Schlaganfall. Im Totenregister wurde sie trotz ihrer auch zu Lebzeiten unbestrittenen Erfolge als „unvermögend“ bezeichnet, man beerdigte sie in einem Armengrab, das heute nicht mehr aufzufinden ist.

Maria Sibylla Merian ist eine faszinierende Forscherpersönlichkeit und Kunstschaffende aus der Zeit der Aufklärung.  Zahlreiche Biografien und ein Dutzend Romane sind über Maria Sibylla Merian erschienen, wie zum Beispiel Maria Sibylla Merian: Reise nach Surinam oder das Postkartenbuch.
Ausführliche Informationen sind unter Maria Sibylla Merian auf Wikipedia zu finden.

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