Die Frühkartoffel Annabelle

Die Frühkartoffel Annabelle ist wirklich sehr früh reif (manchmal schon im Juni) und macht so das Beet früh im Jahr für Folgekulturen frei, z.B. für Zuckerhutsalat. Sie schmeckt hervorragend und ist in der Küche für alle Zwecke geeignet.


Anfang März habe ich begonnen die Kartoffeln anzutreiben: Sie werden dazu locker und einschichtig in eine flache Kiste gelegt, oft werden auch 12er Eierracks verwendet. Ob dabei das „Auge“ der Kartoffel – die Stelle, an der sie am Trieb ihrer Mutterpflanze hing – nun unten liegt oder nicht, spiel meines Erachtemns keine große Rolle.

Um die Kartoffeln zu „aktivieren“ dürfen sie die ersten 1-2 Wochen hell und warm im Wohnzimmer verbringen. Anschließen kommen sie bei mir in den kühleren Keller – sollte aber auch dort nicht im Dunklen stehen!

Ab jetzt beginnen die Frühkartoffeln langsam ihre Triebe zu entwickeln. Sie zehren dabei die Mutterkartoffel auf, die wird schrumplig, das ist völlig ok.

Ab Ende April, Anfang Mai können die angetrieben Kartoffeln in die Erde. Sie haben jetzt schön bis zu 5cm lange Triebe und Wurzeln; die brechen leicht ab und der ganze Aufwand war umsonst, also handle with care!

Für die Kartoffeln habe ich zwei Furchen mit 60-70 cm Abstand ins Beet gezogen. Meine Beete haben eine Standardbreite von 120 cm – damit komme ich für all mein Küchengrün gut zurecht. Die Kartoffeln sollen ungefähr 10 cm tief gelegt werden, für die Kartoffel Annabell werden 8 cm empfohlen, aber wer kann das schon so genau anlegen. Abstand zwischen den Kartoffeln ca 30 cm. Das ergibt bei den 2,5 kg Saatkartoffeln 2 mal 4 m Kartoffeln.

Da auch die Frühkartoffeln relativ spät auf´s Beet kommen und dann noch einen  Monat brauchen, bis zum Dichtschluss der Pflanzen, können also diverse Kälte verträgliche Vorkulturen geplant werden wie Salat, Pflücksalat, Rukola, Asiasalat.

Ab Mitte/Ende Mai müssen die aber aufgegessen sein ;-) dann dann steht das Anhäufeln der Kartoffelpflanzen an. Dabei wird die Erde zwischen den Reihen und links und rechts von den Reihen mit Rechen oder Hacke vorsichtig an die jetzt 30 – 40 cm hohen Kartoffelpflanzen herangezogen, eben angehäufelt – dadurch entsteht in der Mitte ein kleiner Graben.
Das Anhäufeln regt die Kartoffelpflanze zu weiterem Wachstum an – insbesondere an den jetzt mit Erde bedeckten Stielen bilden sich wieder Triebe mit Kartoffeln an den Enden.

Je nach Zeitpunkt der Pflanzung – und wenn kein Hagel, Schnee, Frost oder sonstiges – auch Schnecken – die Kartoffeln in Ruhe wachsen lassen, können schon ab Mitte Juni die ersten superleckeren Kartoffeln Annabelle ausgegraben werden. Die Ernte muss nicht auf einmal erfolgen: die Kartoffeln wachsen noch und man nimmt von den beiden Reihen immer soviel, wie man gerade verbrauchen kann.

Im Juli schlägt dann auch die Braunfäule zu und lässt das Kraut schnell welken. Macht aber nix, bis dahin hat das Grünzeug schon die Kartoffeln unter der Erde wachsen lassen.
Mitte/Ende Juli ist dann auch die Zeit, das Beet komplett zu räumen, die Erde mit Hornspänen noch einmal langfristig mit Nährstoffen versorgen und die Herbstfrüchte ansäen oder pflanzen. Nachfolgekulturen wären Feldsalat, Endivien, Zuckerhut oder Grünkohl.

Die Kartoffel Annabelle ist ab jetzt ein gern gesehener Dauergast in unserem Garten und beschert uns manchmal schon im Juni (Wetter bedingt brauchten die Kartoffeln auch mal 2 Wochen länger. Aber jetzt sind sie erntereif :-)

Hinweisen möchte ich auch auf eine ganz andere Art und Weise, Kartoffeln anzubauen: Die Methode Prinzessinnengarten kultiviert erfolgreich Kartoffeln in recycelten Plastiksäcken. Das Projekt wird professionell begleitet, die Erfahrungen werden jeweils in einem Jahresbericht gesammelt. Den aktuellen Kartoffelbericht 2012 habe ich kurz zusammengefasst, und auch über eigene Erfahrungen mit dem Kartoffelanbau in Säcken habe ich schon berichtet.

 

 

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