Die Frühkartoffel Annabelle – Vorkeimen, Anhäufeln, Ernten

Vital, gesund und schön durch die Kraft der Knolle

Vor den Praxistipps zur Kartoffel Annabelle:

Buch-Verlosung zum Start des Gartenjahres 2018: Erdapfel – Das Universalgenie.
Als Beilage in der Küche sehr geschätzt, kann die tolle Knolle viel mehr: Sie ist ebenso ein ideales Nahrungsmittel für Spitzensportler wie im Rahmen einer „Kartoffel-Kur“ zum Abnehmen geeignet. Zahlreich sind ihre gesundheitlichen Anwendungen in der Volksmedizin, bemerkenswert ihre Wirkung in der Naturkosmetik. 100 außergewöhnliche Kochrezepte runden das besondere Kartoffelbuch ab.

Die Frühkartoffel Annabelle ist wirklich sehr früh reif (manchmal schon im Juni) und macht so das Beet früh im Jahr für Folgekulturen frei, z.B. für Zuckerhutsalat oder Grünkohl. Sie schmeckt hervorragend und ist in der Küche für alle Zwecke geeignet.

Anfang März habe ich begonnen die Kartoffeln anzutreiben: Sie werden dazu locker und einschichtig in eine flache Kiste gelegt, oft werden auch 12er Eierracks verwendet. Ob dabei das „Auge“ der Kartoffel – die Stelle, an der sie am Trieb ihrer Mutterpflanze hing – nun unten liegt oder nicht, spiel meines Erachtemns keine große Rolle.

Um die Kartoffeln zu „aktivieren“ dürfen sie die ersten 1-2 Wochen hell und warm im Wohnzimmer verbringen. Anschließen kommen sie bei mir in den kühleren Keller – sollte aber auch dort nicht im Dunklen stehen!

Ab jetzt beginnen die Frühkartoffeln langsam ihre Triebe zu entwickeln. Sie zehren dabei die Mutterkartoffel auf, die wird schrumplig, das ist völlig ok.

Ab Ende April, Anfang Mai können die angetrieben Kartoffeln in die Erde. Sie haben jetzt schön bis zu 5cm lange Triebe und Wurzeln; die brechen leicht ab und der ganze Aufwand war umsonst, also handle with care!

Für die Kartoffeln habe ich zwei Furchen mit 60-70 cm Abstand ins Beet gezogen. Meine Beete haben eine Standardbreite von 120 cm – damit komme ich für all mein Küchengrün gut zurecht. Die Kartoffeln sollen ungefähr 10 cm tief gelegt werden, für die Kartoffel Annabell werden 8 cm empfohlen, aber wer kann das schon so genau anlegen. Abstand zwischen den Kartoffeln ca 30 cm. Das ergibt bei den 2,5 kg Saatkartoffeln 2 mal 4 m Kartoffeln.

Da auch die Frühkartoffeln relativ spät auf´s Beet kommen und dann noch einen  Monat brauchen, bis zum Dichtschluss der Pflanzen, können also diverse Kälte verträgliche Vorkulturen geplant werden wie Salat, Pflücksalat, Rukola, Asiasalat.

Ab Mitte/Ende Mai müssen die aber aufgegessen sein ;-) dann dann steht das Anhäufeln der Kartoffelpflanzen an. Dabei wird die Erde zwischen den Reihen und links und rechts von den Reihen mit Rechen oder Hacke vorsichtig an die jetzt 30 – 40 cm hohen Kartoffelpflanzen herangezogen, eben angehäufelt – dadurch entsteht in der Mitte ein kleiner Graben.
Das Anhäufeln regt die Kartoffelpflanze zu weiterem Wachstum an – insbesondere an den jetzt mit Erde bedeckten Stielen bilden sich wieder Triebe mit Kartoffeln an den Enden.

Je nach Zeitpunkt der Pflanzung – und wenn kein Hagel, Schnee, Frost oder sonstiges – auch Schnecken – die Kartoffeln in Ruhe wachsen lassen, können schon ab Mitte Juni die ersten superleckeren Kartoffeln Annabelle ausgegraben werden. Die Ernte muss nicht auf einmal erfolgen: die Kartoffeln wachsen noch und man nimmt von den beiden Reihen immer soviel, wie man gerade verbrauchen kann.

Im Juli schlägt dann auch die Braunfäule zu und lässt das Kraut schnell welken. Macht aber nix, bis dahin hat das Grünzeug schon die Kartoffeln unter der Erde wachsen lassen.
Mitte/Ende Juli ist dann auch die Zeit, das Beet komplett zu räumen, die Erde mit Hornspänen noch einmal langfristig mit Nährstoffen versorgen und die Herbstfrüchte ansäen oder pflanzen. Nachfolgekulturen wären Feldsalat, Endivien, Zuckerhut oder Grünkohl.

Die Kartoffel Annabelle ist ab jetzt ein gern gesehener Dauergast in unserem Garten und beschert uns manchmal schon im Juni (Wetter bedingt brauchten die Kartoffeln auch mal 2 Wochen länger. Aber jetzt sind sie erntereif :-)

Hinweisen möchte ich auch auf eine ganz andere Art und Weise, Kartoffeln anzubauen: Die Methode Prinzessinnengarten kultiviert erfolgreich Kartoffeln in recycelten Plastiksäcken. Das Projekt wird professionell begleitet, die Erfahrungen werden jeweils in einem Jahresbericht gesammelt. Den aktuellen Kartoffelbericht 2012 habe ich kurz zusammengefasst, und auch über eigene Erfahrungen mit dem Kartoffelanbau in Säcken habe ich schon berichtet.

Verlosung Kartoffelbuch

Zur Teilnahme schreibt bitte bis 28.02.2018 einen Kommentar unten in das Kommentarformular. In dem beschreibt bitte kurz eure Erfahrungen mit dem Kartoffelanbau oder nennt euer absolutes Lieblingsrezept mit Kartoffeln … oder beides ;)
Unter den Teilnehmern wird der Gewinner ausgelost.
Wer einen Blick in das umfangreiche Buch werfen will: Erdapfel – Das Universalgenie

 

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6 Kommentare zu Die Frühkartoffel Annabelle – Vorkeimen, Anhäufeln, Ernten

  1. Eigentlich war es mehr Zufall, dass uns einige blaue Kartoffeln auf dem Markt zugelaufen sind. Das erste Jahr war nicht so erfolgreich aber nachdem sie im 2. plötzlich überall von alleine überall aufgelaufen sind, haben wir es nochmal versucht und eine nette, kleine Portion mit etwas Zucchini-Relish (selbstgemacht) genießen können. Dieses Jahr wird es hoffentlich mehr ;-)
    LG

  2. Frank sagt:

    Eigene Kartoffeln sind für uns, mal abgesehen von unseren selbstversorgerischen Ambitionen, vor allem wegen des Geschmacks interessant. Da tritt der Ertrag auch mal in die zweite Reihe. Viele der nur noch von Liebhabern vermehrten Feinschmeckersorten (Bamberger Hörnchen, La Ratte/Asparges, Pink fire Apple) sind wegen ihrer Nichteignung für die industrielle Landwirtschaft anders gar nicht zu haben. Die Vielfalt macht aber auch optisch Spaß! Mit rosaroten Knollen von Red Emmalie oder den besonders gesunden dunkelvioletten Kartoffeln der Sorte Violetta lassen sich in der Küche tolle Kreationen zaubern. Als mehlige Frühkartoffel pflanzen wir die Sorte Gunda, als ertragreiche Lagerkartoffel ist die von Karsten Ellenberg gerettete Sorte Linda unser Favorit! Auch vom Geschmack ist Linda unübertroffen gut!
    Eine gute Widerständigkeit gegen Krautfäule haben wir mit der ungarischen Sorte Sarpo Mira festgestellt. Wir pflanzen immer verschiedene frühe und späte Sorten, so können wir fast das ganze Jahr eigene Kartoffeln essen. Bei den Frühkartoffeln ernten wir pflanzenweise noch wenn das Kraut grün ist und die Knollen schon groß genug sind. Soweit verfügbar beziehen wir immer Bio als zertifiziertes Pflanzgut. Nur wenn wir mal im Frühjahr noch sehr viel im eigenen Lager über haben, nehmen wir eigene Pflanzkartoffeln.
    Noch eine schöne Entdeckung: wir haben vor ein paar Jahren mal die schottische Sorte Mayan Twillight angebaut. Es ist eine ganz andere Art (Solanum phureja)! Mittel ertragreich, mit 10 Minuten Kochzeit fast schon Fastfood und recht krautfäulebeständig. Kartoffeln, die zufällig neben dem Kompost über de Winter hin liegen blieben treiben nun jedes Jahr kräftige neue Pflanzen und haben dort im Halbschatten nie Krautfäule! Wir ernten dort jedes Jahr einen großen Korb Kartoffeln ohne etwas zu tun. :-) Diese Jahr wird die verwandte Sorte Mayan Gold probiert!
    Deine bebilderte Anbaubeschreibung ist übrigens gelungen.
    Herzliche Kartoffelgrüße von Frank

  3. Ingrid Mayerhofer sagt:

    Toller Blog, der insbesondere für mich sehr interessant ist. Ich habe im Herbst ein riesiges Stück meines Rasens umgegraben und will dieses Jahr so richtig loslegen. Erfahrung mit Kartoffeln habe ich kaum, sollen aber im 1. Jahr gut für den Boden sein. Drum würde ich mich über das Buch wirklich sehr freuen.
    Meine Lieblingsgerichte ??? wo soll ich anfangen…. vom Kartoffelknödel, über Gratin, Kartoffelkas bis hin zum Kartoffellebkuchen. Ich liebe Kartoffeln

    • Gartlerpoet sagt:

      Hallo Ingrid,
      na, da hast du dir ja etwas vorgenommen :)
      Ja, liest man immer, aber meine Meinung ist, das meiste an der Bodenverbesserung ist man selber, in dem man mit Graben ausheben und anhäufeln die Erde lockert … ;)
      Btw: Das Buch ist ein reines Buch über die Verwertung der Kartoffel, aber das in einem Rundumschlag.
      Viel Erfolg bei deinem Projekt!

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