Holunder – Kücheln, Saft, Gelee und Glühwein

Holunderblüten

Das sind genau die richtigen Dolden für die Holunderkücherln

Seit einer Woche köchelt bei uns in der Küche der Dampfentsafter mit den Holunderbeeren. Inzwischen sind es 2 Kästen = 20 Liter = 40 Flaschen (ehemalige Mineralwasserflaschen)!

Der Holunder wächst rund um unser Haus, an jeder Seite ist ein Strauch. Nicht nur, dass wir damit gut mit Blüten und Beeren versorgt sind, der Hollerstrauch im Hausgarten gilt ja auch als Lebensbaum und beherbergt als Hausbaum wohlgesinnte Hausgeister  :-)

Und wirklich: Der Holunder beschenkt uns reichlich über´s Jahr. Mit dem Erscheinen der Blüten im Frühjahr beginnt die „Bescherung“ ;-) Durch die geöffneten Fenster zieht der an Honig erinnernde Blütenduft und erinnert daran, einige der Blüten für die Zubereitung von Hollerkücheln zu ernten. Hollerkücheln sind die in Teig heraus gebackenen Blütendolden des Holunders, Rezept hier beim SZ-Magazin.de.

Getrocknet sind die Holunderblüten ein schweißtreibender und schleimlösender Tee und helfen bei Erkältungen und Magenbeschwerden. Viele der reichlichen Dolden gehen bei uns allerdings in die Sirupproduktion. Inzwischen ist der Holundersirup ja auch in der “breiten Bevölkerung angekommen” und wird zusammen mit Sekt als sogenannter “Hugo” geschätzt.

Rezept Hollersirup: Für den Holundersirup werden bei trockenem Wetter 15 große oder 20-25 kleine Holunderdolden gesammelt und zusammen mit 3,5 l Wasser, 4 Pfund Zucker, 60 Zitronensäure und Scheiben von 4 ungespritzen Zitronen 48 Stunden lang angesetzt. Immer wieder einmal umrühren und nicht zu lange stehen lassen, sonst fängt das Ganze zum Gären an. Das war´s schon: Nun das Ganze durch ein Tuch abseihen und auf Flaschen ziehen. Ergibt ca 4 Liter Sirup.

Grüne Holunderbeeren

Die grünen Holunderbeeren sind leicht giftig – die hier brauchen noch einen Monat bis sie tiefschwarz und reif sind.

Ab Anfang September werden die Früchte reif, und es ist Zeit für den Holundersaft. Dazu werden je 1 kg Beeren (nur die ganz groben Stiele müssen entfernt werden) mit 200-250g Zucker für einige Stunden eingezuckert (wir mischen je nach Anfall die Beeren auch mit Äpfel oder Pflaumen). Danach kommt das Obst und der Zucker in den Dampfentsafter und wird 45 min mit dem heißen Dampf entsaftet.
Dann kann der heiße Saft in saubere Flaschen abgefüllt werden. Wichtig: Die Flaschen müssen heiß ausgespült und auf ein feuchtes Tuch gestellt werden, dann springen sie nicht.  (Infos zum Prinzip des Dampfentsafters). 1 kg Beeren ergibt ungefähr 1 Liter Saft.
Dieser Saft ist sehr süß und deswegen haltbar und muss  zum Trinken mit Wasser verdünnt werden.

Für Holundergelee braucht der Saft beim Entsaften nur halb soviel Zucker, also 100g pro 1kg Beeren.  Diesen Saft dann mit Gelierzucker 3:1 nach Marmeladenrezept mischen und kurz aufkochen und in heiße Gläser füllen. Mischungsverhältnis ca. 1 Pfund Gelierzucker auf 1,2 Liter Saft (steht auch auf den Zuckerpackerl drauf).

Im Herbst und Winter wird der heiße Saft mit Zimt, Anis und Orangenschalen zum Holunder-Glühwein. Dazu kann er natürlich auch mit anderen Säften wie Apfelsaft gemischt und verfeinert werden.

Dieser Beitrag wurde unter Küchengarten veröffentlicht. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.