Alte Gemüsesorten nutzen und bewahren – Buchrezension

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Die Vielfalt kehrt zurück.
Ina Sperl, Verlag Ulmer 2013. 176 Seiten, 200 Farbfotos, € 24,90

Die Vielfalt kehrt zurück. 
Ina Sperl, Verlag Ulmer 2013.
176 Seiten, 200 Farbfotos,
ISBN 978-3-8001-7898-8. € 24,90

Der Gärtner auf der Suche nach der Herbst- und Winterlektüre greift im Buchladen seines Vertrauens unwillkürlich zu diesem Buch mit verheißungsvollem Titel und ausgefallener Aufmachung. Und er wird nicht enttäuscht!

Ina Sperl beschreibt in 15 Kapiteln alte Gemüsesorten, die sich durch ihre Angepasstheit an regionale Verhältnisse ausgezeichnet haben, mittlerweile aber fast in Vergessenheit geraten sind.

Und sie schreibt von den Gärtnern und Gärtnerinnen, denen diese besonderen Gemüsesorten am Herzen liegen und ohne deren Engagement viele dieser alten Sorten längst verschwunden wären.

Praktische Gartentipps zu – nur um ein paar Beispiele zu nennen – Rattenschwanzradies, Rote Hirschzunge oder Schluddererzen und entsprechende interessante Rezepte runden jedes Kapitel ab wie auch die zahlreichen, gut ausgewählten und präsentierten Portraits von Mensch, Gemüse und Landschaft.

Das Buch will inspirieren, Appetit und Lust aufs besondere Gärtnern machen. Salat ist viel mehr als die drei Sorten aus dem Supermarkt. Kartoffeln müssen nicht gelb sein, und Rote Bete nicht rot. Jede Sorte schmeckt anders und es gibt viel zu entdecken.

Vor den einzelnen Kapiteln, die je einem Gemüse und einem Gärtnern oder einer Gärtnerin gewidmet sind, führt die Autorin in das Thema “Vielfalt suchen und bewahren” ein. Denn das steht im Vordergrund des Buches: der Erhalt von alten robusten und samenfesten Sorten, und deren Rückkehr in unsere Gärten.
Samenfest, das heißt, dass aus den Pflanzen Samen gewonnen werden können für Gemüsepflanzen mit den gleichen Eigenschaften wie ihre Eltern. Das ist bei modernen Hybriden – gekennzeichnet auf der Samenpackung als F1 – nicht der Fall. Und diese alten Gemüsesorten sind auch nicht zimperlich: Sie brauchen keinen Kunstdünger, kein Treibhaus und können sich notfalls auch ohne menschliches Zutun am Leben erhalten.
Am Ende des Buches finden sich im Serviceteil hilfreiche Adressen.

Pastinake, Zuckererbsen und Grünkohl sind in meinem Garten schon heimisch geworden, hier interessieren mich vor allem die Rezepte der Gartenbewegten. Für das nächste Jahr werde ich mir auf jeden Fall das mir unbekannte Küttinger Rübli vornehmen und Anbau, Pflege und Verwertung testen – ich freue mich darauf :-)

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