Die Kornelkirsche in Garten, Küche und Keller – Buchbesprechung

Die Kornelkirsche in Garten, Küche und Keller

Die Kornelkirsche in Garten, Küche und Keller
Manuela Grasmann im Leopold Stocker Verlag 2013

Die Kornelkirsche
in Garten, Küche und Keller
Manuela Grasmann
Leopold Stocker Verlag 2013
160 Seiten, farbig bebildert,
Hardcover 16,5 x 24 cm,  € 19,90
SBN 978-3-7020-1422-3

Die Kornelkirsche gehört zu den beliebtesten Wildobstarten, doch über ihre vielseitige Verwendung in Küche und Keller ist nur wenig bekannt.

Im österreichischen Pielachtal, unweit von Wien gelegen, prägt die Kornelkirsche (österreichisch “Dirndl”) das Landschaftsbild und wird seit Jahrhunderten gehegt und gepflegt.. Aus dieser generationenlangen Erfahrung sind viele Rezepte und Verwendungsmöglichkeiten für die Kornelkirsche entstanden. Sie alle hat die Autorin Manuela Grasmann zusammengetragen und durch zahlreiche eigene Kreationen ergänzt.

In ihrem neuen Buch “Die Kornelkirsche und ihre Vorzüge in Küche, Garten und Keller“ erfährt der Leser alles rund um diese bemerkenswerte Frucht.

Die Früchte mit ihrem hohen Vitamin-C-Gehalt können sowohl roh verzehrt als auch zu Sirup, Gelee und Konfitüre verarbeitet werden. Dank ihrer besonders frühen Blüte ist sie eine der wichtigsten Bienennährpflanzen, sie dient Vögeln als Nahrung und ist eine Zierde für jeden Garten. Auch in der Volksmedizin ist sie seit Hildegard von Bingen als Heilmittel gegen verschiedene Gebrechen im Einsatz. Sie verordnet die Kornelkirsche als Bad gegen die Gicht und zum „Reinigen und stärken“ von Magen und Verdauungstrakt.

Die zahlreichen Rezepte rund um die Kornelkirsche bilden den Schwerpunkt des Buches: Ob Likör oder Salatdressing, Chutney, Kompott, Rumtopf oder einer Backwerk – Kornelkirschen haben ungeahnte Verwendungsmöglichkeiten!

Übrigens: Im September wird jedes Jahr der Dirdlkirtag gefeiert. Mit Musik und Schmankerln rund um die Dirndln/Kornelkirschen. Dirndlwanderungen, Dirndln im Topf, Dirndln im Glas und Dirndln (Frauen und Mädchen) im Dirndl (Tracht) gehören zu den jährlichen Attraktionen.

Die Autorin

Die ursprünglich aus Sachsen stammende Manuela Grasmann lebt im Pielachtal und ist Produzentin von mehr als 50 Dirndl-Produkten, die sie selbst herstellt und vermarktet. Nach einigen Kinderbüchern stellt sie nun die Kornelkirsche in den Mittelpunkt eines Buches.
Die Rezeptfotos stammen vom bekannten Food-Fotografen Peter Barci.

Wissenswertes über die Kornelkirsche

Blüte der Kornelkirsche  (Foto: TeunSpaans)Blüte der Kornelkirsche (Foto:  TeunSpaans
Die Kornelkirsche, deren Früchte auch Kornellen genannt werden, ist botanisch nicht mit der Kirsche verwandt, sie gehört einer gänzlich anderen Ordnung des Pflanzenreiches an. Nur im Deutschen und Englischen (cornelian cherry) hat man wegen der Ähnlichkeit der Früchte dem Strauch “Cornus mas” die Bezeichnung „Kirsche“ gegeben.

Für den naturnahen Gärtner, der Wert auf einen reichhaltigen Lebensraum legt, ist die Kornelkirsche aus ökologischer Sicht der aus China stammenden weit Forsythie überlegen. Denn die Forsythie ist in allen Teilen der Pflanze giftig und wird von Insekten gemieden.
Die Blütezeit der Kornelkirsche im März/April aber liegt noch vor der Forsythie, ihre frühen Blüten sind eine wichtige Bienen- und Insektennährpflanze und die Früchte dienen nicht nur den heimischen Singvögeln als willkommene Nahrungsquelle, sondern sind auch für den Menschen roh oder verarbeitet eine Bereicherung des Speisezettels..

Strauch und Früchte der Kornelkirsche

Strauch und Früchte der Kornelkirsche
(Foto: Wouterhagens)

Mit ihrem langsamen Wuchs und der geringen Höhe passt die Kornelkirsche gut in den kleinen Hausgarten. Sie treibt selbst bei starkem Rückschnitt wieder aus und eignet sich so gut als Hecke. Die Vermehrung der Kornelkirsche  erfolgt über Absenker, Stecklinge von noch weichem Holz, im Mittsommer oder durch Samen, der im Herbst ausgesät wird.

Das Holz mit rötlichweißem Splint und dunklem Kern ist so hart und schwer, dass es im Wasser nicht schwimmt. Es ist das härteste Holz, das in Europa wächst.
Im Altertum erhielt das Holz der Kornelkirsche militärtechnische und letztlich historische Bedeutung, als der Makedonenkönig Philipp II. seine Soldaten mit bis zu sechs Meter langen Lanzen – den sogenannten Sarissen – ausstattete. Diese konnten nur aus dem harten und dabei elastischen Holz der Kornelkirsche gefertigt werden. Der erfolgreiche Einsatz der Sarissen ermöglichte letztlich Alexander dem Großen – Philipps Sohn – die Eroberung seines Weltreiches.

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