Schwefelporling – Pilz im Garten mit Freud und Leid

Schwefelporling am Zwetschgenbaum

Vom Schwefelporling befallene Bäume werden brüchig und brechen irgendwann zusammen

Vor einigen Tagen werfe ich einen Blick auf den alten Zwetschgenstamm. Etwas versteckt hinter dem Komposthaufen leuchtet es knallgelb! Ich wusste es gleich: Ich habe den Gemeinen Schwefelporling (Laetiporus sulphureus) im Garten. Gemein ist da durchaus zutreffend, denn befallene Bäume sind unweigerlich dem Tode geweiht.

Der Schwefelporling ist ein Holz zersetzender Parasit. Er dringt über Wunden in den Baum ein und zersetzt vor allem das Kernholz. Der Baum wird ausgehöhlt und bricht irgendwann bei Wind oder starkem Fruchtanhang zusammen. Natürlich kommt der Schwefelporling in Auwäldern (wie bei uns an den Weiden am Isarufer) und in feuchteren Eichen-Mischwäldern vor. In Gärten befällt er In Obstgärten schädigt der Schwefelporling Kern und Steinobst wie Apfel-, Birnen-, Kirsch- und Pflaumenbäume.

Dass die Zwetschge nicht mehr das ewige Leben hat, ist schon länger absehbar (wie auch der alte Gravensteiner Apfel). Da kann ich mich etwas leichter mit dem postivien Aspekt des Schwefelporlings zuwenden: Er ist essbar und wird als ganz schmackhaft bewertet.

So habe ich also in den nächsten Jahren nicht nur unseren Mairitterling zur Pilzernte im Garten, sondern auch den Schwefelporling.

Mir war das neu, und so habe ich mich im Netz schlaugemacht. Da gibt es zahlreiche Verarbeitung- und Rezeptideen in Text, Bild und Video. Er soll ja nach Hühnchen schmecken, deshalb wird er im englischsprachigen Raum auch als „Chicken of the woods“, das Hühnchen des Waldes bezeichnet.

Also ich bin ja gespannt! Demnächst werde ich den Pilz ernten. Wichtig ist, ihn jung zu ernten und verarbeiten, sonst wird er zäh und schmeckt nicht mehr. Der Pilz sollte noch in der Phase geerntet werden, wenn er noch nicht zu orange und sein Rand noch rundlich und nicht ausgeklappt ist.
Wenn er in die Pfanne und auf den Gaumen kommt, berichte ich darüber.

Wie schnell der Schwefelporling wächst, zeigt folgendes Video. Da sieht man auch den Übergang von der Phase mit rundlichem Rand zu der eher weniger schmackhaften. Innerhalb von 12 Tagen ist er von einem kleinen Knopf zu stattlicher Größe herangewachsen.

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