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Schwefelporling erkennen – gelber Baumpilz bestimmen und genießen

Schwefelporling am Zwetschgenbaum
Vom Schwefelporling befallene Bäume werden brüchig und brechen irgendwann zusammen
 

Neben dem Komposthaufen an unserem alten Zwetschgenbaum entdeckte ich einen leuchtend gelben Gemeinen Schwefelporling (Laetiporus sulphureus). Dieser auffällige Baumpilz kann den befallenen Baum zerstören – ist aber jung ein köstlicher Speisepilz. Hier erfahren Sie, wie Sie den Schwefelporling sicher bestimmen, giftige Verwechslungen ausschließen und junge Fruchtkörper in der Küche nutzen können.

Merkmale zur sicheren Bestimmung

Schwefelporling am Stamm eines alten Zwetschgenbaums – leuchtend gelber Baumpilz mit übereinander wachsenden Hüten.
Schwefelporling am Zwetschgenbaum im Garten. Foto © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog

Der Schwefelporling gehört zu den auffälligsten heimischen Baumpilzen. Seine großen, leuchtend gelben Fruchtkörper wachsen halbrund und in übereinander gestapelten Konsolen am Stamm oder an dicken Ästen. Mit den folgenden Merkmalen lässt sich der gelbe Baumpilz sicher bestimmen und von giftigen Doppelgängern unterscheiden:

  • Farbe: Jung leuchtend schwefelgelb bis orangegelb, Rand weich und rundlich.
  • Unterseite: Feine gelbe Poren.
  • Alterung: Farbe verblasst, Oberfläche spröde, Rand wird wellig und flach.
  • Konsistenz: Jung saftig-weich, alt zäh bis korkig.
  • Geruch: Leicht säuerlich, beim Braten an Hühnerfleisch erinnernd.

Lebensraum und Vorkommen

Schwefelporlinge befallen neben Zierbäumen auch viele Obstgehölze wie Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Pflaumen- und Zwetschgenbäume. In der Natur findet man sie vor allem in Auwäldern, an Weiden und Pappeln sowie in feuchten Eichen-Mischwäldern. Der Pilz dringt über Verletzungen in den Baum ein und baut das Kernholz ab. Das führt zu Braunfäule: Das Holz wird brüchig, der Baum höhlt sich aus und kann plötzlich brechen.

  • Befällt neben Zierbäumen auch Obstgehölze wie Apfel-, Birnen-, Kirsch-, Pflaumen- und Zwetschgenbäume.
  • Wächst sehr schnell: Innerhalb von 10–14 Tagen kann aus einem kleinen Knopf ein mehrere Kilo schwerer Fruchtkörper entstehen.
  • Saison: Hauptsächlich von Mai bis September, vereinzelt bis Oktober.

Die Bildergalerie zeigt, wie sich der Schwefelporling innerhalb von nur vier Tagen von ersten gelben Knospen zum erntereifen Baumpilz entwickelt:

 

Verwechslungsgefahr und Sicherheit

  • Essbarkeit: Der Schwefelporling gilt als guter Speisepilz, sollte jedoch nur jung und gegart verzehrt werden.
  • Unverträglichkeit: Manche Menschen reagieren allergisch.
  • Giftgefahr: Wächst er an Eiben, ist er ungenießbar bis giftig.
  • Verwechslung: Andere gelb gefärbte Porlinge können ähnlich aussehen. Im Zweifel Pilzsachverständige fragen.

Schwefelporling in der Küche

Gebratener Schwefelporling mit Petersilie – vegetarisches Pfannengericht aus dem gelben Baumpilz.
Gebratener Schwefelporling mit Petersilie. Foto © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog

Im englischsprachigen Raum trägt er den Namen „Chicken of the Woods“ – Hühnchen des Waldes – und wird als vegetarischer Fleischersatz geschätzt.

  • Nur junge, saftige Fruchtkörper mit weichen Rändern verwenden.
  • Vor dem Braten oder Schmoren gut garen, roh kann er Magenbeschwerden verursachen.
  • Beliebte Zubereitungen: Pfannengerichte, Frikassee, paniert wie ein Schnitzel.

Ein ausführliches Rezept mit Bildergalerie finden Sie hier im Blog:
Zum Schwefelporling-Rezept mit Bildergalerie

Weitere Pilz-Funde im Garten

Auch der Mairitterling zählt zu unseren besonderen Gartenfunden und bietet eine leckere Ergänzung zur Pilzküche:
Zum Mairitterling-Beitrag

Fazit

So habe ich also in den nächsten Jahren nicht nur unseren Mairitterling zur Pilzernte im Garten, sondern auch den Schwefelporling – einen Pilz, der Zerstörer und Delikatesse zugleich sein kann. Mit dem richtigen Blick für seine Merkmale, dem Wissen um seinen Lebensraum und den nötigen Vorsichtsmaßnahmen lässt er sich sicher bestimmen und kulinarisch genießen.

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Schlagwörter:

2 Gedanken zu „Schwefelporling erkennen – gelber Baumpilz bestimmen und genießen“

  1. Hallo Johann,
    erst mein Besuch aus den USA hat mich auf ein Schmuckstück aufmerksam gemacht. 7 kg Pilz im Baum, hat wunderbar geschmeckt. Wir werden versuchen den Pilz zu trocknen, um ihn auch später genießen zu können…
    Gruss aus Berlin

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