Beim Anbau von Stangenbohnen muss man das Rad nicht neu erfinden – aber man kann es am Ende seiner Lebensdauer hervorragend weiternutzen. Das Upcycling eines alten Fahrrad-Vorderrads als Rankhilfe gibt dem Begriff „Stangenbohnen“ eine neue, fast humorvolle Dimension. Und vor allem: Die Bohnen klettern daran erstaunlich zuverlässig in die Höhe.
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Anbauvarianten für Stangenbohnen
Über die Jahre habe ich viele Methoden ausprobiert: den klassischen Zeltaufbau mit Querstange, einzelne Holzstangen oder Konstruktionen mit frei gespannten Schnüren. Einige Varianten erwiesen sich als überraschend stabil, andere weniger – vor allem bei Wind. Doch eines hat mich wirklich überzeugt: Schnüre funktionieren ausgezeichnet. Bohnen finden daran sofort Halt, und anders als bei Stangen „fragen“ die Ranken nicht erst lange, wohin sie wachsen sollen.
Eine spannende Weiterentwicklung der Schnurmethode stammt vom Hobbygärtner Heribert Beckers aus Lemgo. Er nutzt nicht mehr die traditionelle Querstange, sondern ein altes Vorderrad eines Fahrrads als oberes Zentrum der gesamten Konstruktion. Die Stange trägt das Rad in einer Höhe, die in der Pressemitteilung mit rund drei Metern angegeben wird – mir persönlich wäre das etwas hoch –, doch das System funktioniert eindrucksvoll. Von dort führen bis zu acht Leitschnüre oder Drähte zum Boden und werden einfach mit Zeltheringen fixiert.
Alternative Rankhilfe aus dem Vorderrad – Idee von Heribert Beckers
Der BUND Lemgo veröffentlichte eine detaillierte Anleitung für diese stabile, kostengünstige und wetterfeste Konstruktion. Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung:
„In Zeiten enormer Preissteigerungen denken wieder mehr Menschen darüber nach, einen Nutzgarten anzulegen. Bei Stangenbohnen zögert man jedoch oft aufgrund des Aufwands, passende Rankhilfen zu beschaffen. Früher holte man selbstverständlich dünne Baumstämme aus dem Wald. Heute sind solche Materialien knapp und teuer. Hobbygärtner Heribert Beckers entwickelte daher eine preiswerte Alternative: Zwei verzinkte Rohre werden zu einer rund 3 m hohen Stange verbunden, oben wird ein altes Fahrrad-Vorderrad befestigt. Als Rankhilfe dienen Schnüre oder haltbare Nirosta-Spanndrähte, die am Rad fixiert werden. Am Boden sollten die 8 oder mehr Rankhilfen rund 50 cm Abstand haben. Standsicherheit bietet eine alte Betonplatte mit montierter Wandscheibe, in die das Rohr gesteckt wird. Eine kleine Öffnung sollte frei bleiben, um im Innenraum eine Stehleiter aufstellen zu können. Beckers nutzt die Konstruktion seit vier Jahren – sie hat alle Stürme klaglos überstanden.“
— BUND Lemgo, Willi Hennebrüder
Ich selbst erinnere mich noch gut an die Zeiten, in denen wir im Wald nach geeigneten „Fichtenstangerln“ suchten, um sie als Bohnenstangen zu nutzen. Langlebig waren sie nie, und besonders sorgsam habe ich sie auch nicht behandelt. Aber diese Zeit, in der man Materialien einfach verschludern konnte und der nächste Gartenmarkt alles ersetzte, ist vorbei. Eine wiederverwendbare, solide Konstruktion – ob klassisch oder kreativ-upcycelt – hat daher durchaus ihren Charme. Etwas handwerkliches Geschick gehört dazu, aber dafür wird man mit Beständigkeit belohnt.
Links
- Bohnen-Rankhilfe selber bauen
Gesehen bei Plantura Garden - Stangenbohnen Rankhilfe – darauf sollten Sie achten (inkl. Bohnenzelt/Tipi)
Gefunden bei Lubera - Rankhilfen für Stangenbohnen: Praktische Lösungen
Entdeckt bei Samen.de
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Vielen Dank für den Tipp. Ich habe sowas auch schon mit einem ausrangierten Sonnenschirm gesehen. Da wurde die Bespannung abgenommen und das Gestänge im Boden verankert, aufgespannt und die Bohnen mit Schnüren nach oben geleitet. Nimmt mehr Platz weg, bietet Platz für mehr Pflanzen