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Der Weihnachtskaktus – Schönheit mit Besonderheiten

Weißer Weihnachtskaktus, dessen Blüten beim Verblühen einen zarten Rosaton annehmen.
Weihnachtskaktus mit zarter Rosafärbung. Foto © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog

Seit Anfang November blühen unsere Weihnachtskakteen, manchmal auch zu Ostern ;) Das zeigt, dass der deutsche Name nicht sehr genau ist.

Der Weihnachtskaktus – Schönheit mit Besonderheiten

Wenn draußen der Garten ruht und die Tage kurz werden, beginnt für den Weihnachtskaktus die große Zeit. Seine exotischen Blüten bringen mitten im Winter Farbe ins Haus und erinnern an seine tropische Herkunft. Trotz seines Namens ist der Weihnachtskaktus kein klassischer Wüstenbewohner, sondern eine faszinierende Zimmerpflanze mit ganz eigenen Ansprüchen.

Weihnachtskaktus – die roséfarbene Schlumbergia

Seit Anfang November blühen viele Weihnachtskakteen bereits, was zeigt, dass der Name nicht ganz exakt ist. Treffender ist die Bezeichnung Gliederkaktus, denn die abgeflachten Triebe bestehen aus deutlich erkennbaren Segmenten. Diese Eigenschaft macht die Pflanze besonders leicht zu vermehren, da jedes einzelne Glied neue Wurzeln bilden kann.

Dornen, wie man sie von typischen Wüstenkakteen kennt, fehlen nahezu völlig. Stattdessen erscheinen an den Enden der Triebe große, farbenprächtige Blüten in Weiß, Rosa, Purpur oder Rot. Die langen, röhrenförmig verwachsenen Staubblätter ragen weit aus der Blüte heraus und verleihen ihr eine besonders elegante Erscheinung.

Botanik und Herkunft

Der Weihnachtskaktus gehört botanisch zur Gattung Schlumbergera innerhalb der Familie der Kakteengewächse. Benannt wurde er nach dem französischen Kakteenliebhaber Frédéric Schlumberger. Seine Heimat liegt in den feuchtwarmen Regenwäldern Süd- und Mittelamerikas.

Anders als klassische Kakteen wächst der Weihnachtskaktus dort als Epiphyt in den Astgabeln großer Bäume. Er lebt also nicht im Boden, sondern auf anderen Pflanzen. Wasser und Nährstoffe werden über Regen, Nebel und organische Ablagerungen aufgenommen. Diese Lebensweise erklärt die besonderen Pflegeansprüche im Wohnraum.

Pflege des Weihnachtskaktus

Der richtige Standort

Ein heller, aber nicht vollsonniger Standort ist optimal. Direkte Mittagssonne kann die empfindlichen Triebe schädigen. Ideal sind Ost- oder Westfenster. Im Sommer kann der Weihnachtskaktus auch draußen an einem geschützten, halbschattigen Platz stehen.

Während der Knospenbildung sollte der Standort nicht verändert werden. Schon das Drehen des Topfes kann dazu führen, dass Knospen abfallen.

Gießen, Düngen und Substrat

Der Weihnachtskaktus mag gleichmäßig feuchte Erde, jedoch keine Staunässe. Ein durchlässiges Substrat aus Kakteenerde, gemischt mit lockerer Blumenerde oder Pinienrinde, eignet sich gut. Von Frühjahr bis Spätsommer wird regelmäßig gegossen und moderat gedüngt.

Ab September beginnt die Ruhephase. Jetzt wird der Weihnachtskaktus deutlich sparsamer gegossen und nicht mehr gedüngt. Diese Phase ist entscheidend für die spätere Blütenbildung.

Blüte gezielt fördern

Damit der Weihnachtskaktus reichlich Knospen ansetzt, braucht er im Herbst kühlere Temperaturen zwischen 15 und 18 Grad sowie eine reduzierte Wassergabe. Erst wenn die Knospen deutlich sichtbar sind, wird wieder regelmäßig gegossen. So lässt sich die Blüte oft gezielt in die Adventszeit lenken.

Typische Pflegefehler

  • Zu nasse Erde und Staunässe
  • Standortwechsel während der Knospenbildung
  • Zu warme Überwinterung ohne Ruhephase
  • Trockene Heizungsluft ohne gelegentliches Besprühen

Wer diese Grundregeln beachtet, wird jedes Jahr mit einer üppigen Blütenpracht belohnt.

Umtopfen, Lebensdauer und Vermehrung

Die Vermehrung gelingt besonders einfach. Einzelne Triebglieder werden vorsichtig abgedreht und ein bis zwei Tage angetrocknet. Anschließend steckt man sie in lockere, leicht feuchte Erde. Nach wenigen Wochen bilden sich neue Wurzeln.
Ein Umtopfen ist nur alle zwei bis drei Jahre notwendig, idealerweise im Frühjahr nach der Blüte.
Weihnachtskakteen können sehr alt werden und begleiten ihre Besitzer oft über Jahrzehnte hinweg.

Links

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