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Zwei Gartenbücher: Garten-Starter und Küchengärten – Buchvorstellung

Buchregal voll mit Gartenbücher
Traum eines bibliophilen Gärtners ... Regale voller Gartenbücher :) Foto © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog

Der Einstieg ins eigene Gärtnern beginnt oft mit einer Mischung aus Euphorie, Unsicherheit und einer großen Portion Halbwissen. Wann säen? Was passt zusammen? Und wie viel Planung braucht ein Garten wirklich?

Zwei Garten-Bücher

Zwei Buchcover übereinander: oben „Garten-Starter – Das ultimative Einsteiger-Wissen“ mit Gartenszene, unten „Küchengärten – Einfache Pflanzrezepte zum Nachgestalten“ mit Zucchini
Zwei Gartenbücher für Einsteiger: „Garten-Starter“ und „Küchengärten“ aus dem BLV Verlag

Zwei Bücher aus dem BLV Verlag, beide erschienen im Frühjahr 2014, richten sich genau an diese Phase: „Garten-Starter – Das ultimative Einsteiger-Wissen“ und „Küchengärten – Einfache Pflanzrezepte zum Nachgestalten“. Zehn Jahre später stellt sich die berechtigte Frage: Sind diese Titel heute noch relevant – und für wen?

„Säst mich im April – komm ich, wann ich will.
Säst mich im Mai – komm ich glei’.“

Die alte Gärtnerweisheit gilt noch immer. Sie erinnert daran, dass Gartenpraxis weniger mit Kalenderwissen als mit Beobachtung, Geduld und Erfahrung zu tun hat. Genau hier setzen beide Bücher an – allerdings mit unterschiedlichen Schwerpunkten.

Buch 1: Garten-Starter – Das ultimative Einsteiger-Wissen

Herausgeber: BLV Verlag
Erscheinung: 10. Februar 2014
Umfang: 168 Seiten
ISBN: 978-3-8354-1260-6

„Garten-Starter“ ist ein klassisches Grundlagenbuch für Menschen, die neu ins Thema einsteigen oder ihr fragmentiertes Wissen ordnen möchten. Inhaltlich deckt es ein breites Spektrum ab: von Planung und Gestaltung über Zier- und Nutzgarten bis hin zu Balkon- und Hinterhoflösungen. Der Anspruch ist klar: Hemmschwellen abbauen und Lust aufs Tun machen.

Stärken des Buches liegen in der visuellen Aufbereitung. Step-by-Step-Bildserien erklären grundlegende Handgriffe, ohne belehrend zu wirken. Besonders gelungen ist der entspannte Ton, der Fehler nicht dramatisiert, sondern als Teil des Lernprozesses begreift. Das Kapitel „Pfiffig improvisieren“ hebt sich positiv ab: Pflanzenanzucht in Milchtüten oder einfache Sichtschutzlösungen zeigen, dass Gärtnern nicht zwangsläufig teuer oder perfekt sein muss.

Inhaltlich bleibt das Buch bewusst an der Oberfläche. Wer tiefer in Bodenökologie, Sortenwahl oder langfristige Beetplanung einsteigen möchte, stößt schnell an Grenzen. Als Einstiegslektüre erfüllt es seinen Zweck jedoch sehr zuverlässig – gerade für Menschen ohne Vorerfahrung oder mit wenig Platz.

Die Autorenkombination aus Praktiker (Sebastian Ehrl) und Fachjournalistin (Jutta Langheineken) sorgt für eine ausgewogene Mischung aus Praxisnähe und Sachlichkeit. Das Buch liest sich flüssig und motivierend, ohne ins Beliebige abzurutschen.

Buch 2: Küchengärten – Einfache Pflanzrezepte zum Nachgestalten

Herausgeber: BLV Verlag
Erscheinung: 10. Februar 2014
Umfang: 96 Seiten
ISBN: 978-3-8354-1254-5

„Küchengärten“ ist deutlich kompakter und thematisch fokussierter. Statt allgemeiner Gartenpraxis stehen hier konkrete, funktionierende Gartenkonzepte im Mittelpunkt. Vorgestellt werden 14 unterschiedliche Küchengarten-Typen – vom Hochbeet über den Topfgarten bis zum kleinen Nutzgarten am Reihenhaus.

Das Herzstück des Buches sind die sogenannten Pflanzrezepte. Ähnlich wie beim Kochen werden hier bewährte Kombinationen präsentiert, ergänzt durch Zutatenlisten, Pflanzabstände, Pflegehinweise und Erntezeiträume. Perspektivische Grafiken und Fotos erleichtern das räumliche Verständnis und machen das Nachbauen realistisch.

Besonders für Anfängerinnen und Anfänger ist dieser Ansatz hilfreich, da er typische Planungsfehler vermeidet. Statt theoretischer Mischkulturmodelle zeigt das Buch erprobte Lösungen, die in sich stimmig sind. Ergänzt wird dies durch ein kompaktes Grundlagenkapitel zu Planung, Aussaat und Pflege.

Autor Siegfried Stein bringt als Diplomingenieur für Gartenbau und langjähriger Fachautor viel Erfahrung ein. Der Ton ist sachlich, ruhig und lösungsorientiert. Wer schnelle Orientierung und konkrete Umsetzungshilfen sucht, wird hier fündig.

Vergleich und Einordnung

Beide Bücher richten sich an Einsteiger, verfolgen jedoch unterschiedliche Strategien. „Garten-Starter“ vermittelt Breite, Überblick und Motivation. „Küchengärten“ setzt auf Tiefe im Kleinen und konkrete, sofort umsetzbare Konzepte. Während das erste Buch Lust auf das Gärtnern insgesamt macht, hilft das zweite bei der praktischen Umsetzung eines klar umrissenen Projekts.

Aus heutiger Sicht wirken manche gestalterischen Elemente etwas zeittypisch, inhaltlich sind beide Bücher jedoch erstaunlich stabil. Themen wie einfache Strukturen, ressourcenschonendes Arbeiten und überschaubare Projekte sind aktueller denn je.

Fazit

Auch mehr als ein Jahrzehnt nach ihrem Erscheinen haben beide Gartenbücher ihre Berechtigung. Sie sind keine tiefgehenden Fachbücher, aber verlässliche Begleiter für den Einstieg. Wer ganz am Anfang steht, profitiert vom Überblick des „Garten-Starters“. Wer bereits weiß, dass er gärtnern möchte und nur noch fragt wie, findet in „Küchengärten“ eine praxisnahe Anleitung.
Zusammen gelesen ergänzen sich beide Titel sinnvoll – und zeigen, dass gutes Gartenwissen nicht zwingend neu sein muss, um hilfreich zu sein.

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