Die samenfeste Sunviva Tomate überzeugt im Freiland durch süßes Aroma, robuste Pflanzen und eine sehr gute Braunfäule-Resistenz. Sie ist die erste Open-Source-Tomate der Welt.
Inhaltsverzeichnis
Sunviva Tomate – die Braunfäule resistente Cocktailtomate
Die Sunviva Tomate ist eine leuchtend gelbe Cocktailtomate und 2017 als weltweit erste Sorte unter einer Open-Source-Saatgut-Lizenz vorgestellt. Entwickelt im ökologischen Freiland-Tomatenprojekt der Universität Göttingen und zunächst vertrieben durch Culinaris, gilt sie als Pionierin unter den Open-Source-Gemüsesorten.
Sie überzeugt mit süß-aromatischem, saftigem Fruchtfleisch (ca. 20 g), ist frühreif, samenfest und sehr wüchsig. Das lockere Laub sorgt für gute Durchlüftung; im Freiland als Stabtomate oder mehrtriebig gezogen liefert sie ab Anfang Juli zuverlässig Ertrag. Besonders geschätzt wird ihre hohe Widerstandskraft gegen Tomaten-Braunfäule – auch wenn es keine absolute Resistenz gibt. In meinem Garten hat sich die Sorte seit 2018 jedes Jahr bewährt.
Samenfeste Tomaten – Vorteile der Sunviva
Die Sunviva Tomate ist samenfest – aus ihren Früchten gewonnene Samen bringen im nächsten Jahr wieder Pflanzen mit den gleichen Eigenschaften hervor. Im Gegensatz zu Hybrid-Sorten (F1), die oft nicht sortenecht weitervermehrt werden können, bleibt Sunviva dauerhaft im eigenen Garten nutzbar. Als samenfeste Tomate liefert sie auch samenfestes Saatgut, das sich jedes Jahr erneut aussäen, tauschen oder verschenken lässt – ein aktiver Beitrag zur Erhaltung der Sortenvielfalt.
Von der Anzucht bis zur Ernte
Die Sunviva Tomate lässt sich unkompliziert im Freiland anbauen. Von der Aussaat im März über die Pflanzung im Mai bis zur Ernte ab Juli zeigt sie sich robust, wüchsig und ertragreich. Ihre samenfesten Eigenschaften ermöglichen zudem die eigene Samengewinnung für die nächste Saison.
Alle Fotos © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog
Open-Source-Saatgut
Im Lebensmittel- und Saatgutbereich zeigen große Konzerne, wie einschränkend Patente und Sortenschutzrechte wirken können: Lizenzen verteuern das Saatgut, und Landwirt:innen dürfen oft keine Samen für die nächste Aussaat gewinnen. Dadurch entsteht Abhängigkeit vom jährlichen Neukauf.
Bei der Sunviva Tomate ist das anders: Durch die Open-Source-Lizenz bleibt das Saatgut frei nutzbar. Das bedeutet:
- Jede:r darf Sunviva anbauen, vermehren und Samen gewinnen.
- Weitergabe ist erlaubt – verkaufen, tauschen oder verschenken.
- Privatisierung ist ausgeschlossen: Niemand darf Sunviva oder Weiterentwicklungen monopolisieren.
- Weiterentwicklungen müssen unter den gleichen Bedingungen verfügbar bleiben.
Das sind die Open-Source Regeln, wie sie OpenSourceSeeds definiert, die jetzt auch für die Tomate Sunviva gelten. Die vollständigen Regeln findest du bei OpenSourceSeeds.
Open-Source-Saatgut entzieht sich den exklusiven Verwertungsrechten großer Konzerne. So steht die Open-Source Tomate Sunviva für Saatgut-Souveränität, Vielfalt und Unabhängigkeit – und für robusten, aromatischen Freilandanbau.
Links
Im Gartenblog
- Resistente Tomatensorten für das Freiland
erprobt & robust
Open Source Tomaten
- Neue Tomatensorte: Angriff der Saat-Piraten
Spiegel online - Open-Source: Freiheit, die man schmeckt
OpenSourceSeeds - Bio-Linux oder: Saatgut als Commons
Fundsachen von der Allmende - Sunviva – die erste OpenSource Tomate in Deutschland
BioKultur-Blog

