Pilz-Überraschung im Garten – der Mairitterling

Mairitterling-Maipilz

Der Maipilz (Calocybe gambosa) im Garten – ein willkommener Gast

Versteckt unter der wuchernden Ansammlung von Stecken und Brettern beim Apfelbaum (man kann im Garten ja immer alles irgendwann mal gebrauchen) zeigten sich vor einer Woche kleine weiße Knöpfe. Diese haben sich inzwischen zu veritablen Pilzen mit Stiel und hellem Hut entwickelt – nur: zu welchen? und kann man ihn vielleicht gar essen?

Diesmal nicht Tante Google angeworfen sondern den Pilz gepackt und einen Kollegen gefragt, einen der profiliertesten Pilzkenner in der Region.
Ein kurzer Blick hat genügt und der Pilz war bestimmt: „Mairitterling, Calocybe gambosa, aber der ist ja eigentlich gar kein Ritterling sondern gehört zur Gattung der Schönpilze …“.  Eine kurze Atempause konnte ich nutzen um die für mich entscheidendere Frage anzusprechen: Ist der essbar?

Und wie man auch den Internetquellen entnehmen kann ist der Mairitterling – auch Maipilz genannt – ein guter Speisepilz.  Hätte ich nicht geglaubt, weil vom muffigen Geruch her ist er etwas gewöhnungsbedürftig. Dieser geht auch beim Zubereiten nicht ganz verloren. Ähnlich wie bei Champignons den Mairitterling in nicht zu dünne Scheiben schneiden, in Butter goldgelb braten und mit Pfeffer und Salz abschmecken. Auf einem frischen Salat aus dem Garten anrichten und mit gehackter Petersilie bestreuen – fertig. Der Mairitterling schmeckt kräftig herzhaft und ist eine Bereicherung des Speisezettels im sonst pilzlosen Mai.

Mairitterling - Maipilz - Calocybe gambosa

Typisches Aussehen des Mairitterlings – jetzt kommt er in die Küche

Wertvoll macht den den Mairitterling aber nicht nur, dass er im Mai weit außerhalb jeder üblichen Pilzsaison auftaucht, sondern auch seine blutzuckersenkende Wirkung.
Anzumerken ist noch, dass eine gewisse Verwechslungsgefahr besteht mit dem zeitgleich wachsenden stark giftigen Ziegelroten Risspilz (Inocybe erubescens). Markant ist dessen rötendes Fleisch und der radialfaserige Hut.

Wichtig war mir noch zu klären, ob der Pilz evtl. an meinem Apfelbaum (zugegeben, ein sehr altes Exemplar) nagt. Der Pilzexperte hat dies klar verneint, der Mairitterling hat mit dem Apfelbaum nichts zu tun, lebt auch nicht über eine Mykorrhiza symbiotisch mit ihm. Mairitterlinge sind Saprobionten , die von toter, sich zersetzender organischer Substanz leben – wie zum Beispiel auch der Regenwurm. Möglicherweise hat der Maipilz also doch  etwas mit meinem Apfelbaum zu tun und lebt vielleicht von dessen absterbenden Wurzeln … :-/

Mairitterlinge wachsen gerne in Hexenringen oder oft meterlangen Reihen. Und das jedes Jahr an gleicher Stelle auf´s Neue – ein willkommener Gast in meinem Garten :-)

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