Ein befreundeter Biogärtner vom Wochenmarkt schenkte mir Anfang des Jahres eine Pflanze, von der ich noch nie gehört hatte: australisches Zitronenblatt. Der frische, intensive Duft machte mich sofort neugierig und aus dem exotischen Gewächs ist ein echter Geheimtipp geworden – pflegeleicht, duftstark und ideal für raffinierte Rezepte.
Inhaltsverzeichnis
Verwendung in der heimischen Küche
Die Blätter des sogenannten australischen Zitronenblatts sind kleine Aromawunder – kräftig im Duft, intensiv im Geschmack. Bereits ein einzelnes Blatt verleiht Tee oder Speisen eine markant zitronig-würzige Note mit Anklängen von Thymian und Oregano. In der Küche werden sie sparsam eingesetzt und meist nicht mitgegessen, sondern nur kurz mitgekocht oder aufgegossen.
Typische Anwendungen sind:
- Tee: ein Blatt mit heißem Wasser übergießen – pur oder mit Minze
- Herzhafte Gerichte: kurz mitziehen lassen, z. B. in Suppen oder asiatischen Pfannen
- Süßes & Zucker: aromatisierter Zucker, Joghurt oder Gebäck
- Kräuteröl: zusammen mit Rosmarin oder Chili in ein Öl eingelegt
Die Blätter lassen sich auch trocknen oder einfrieren – ideal für die Vorratshaltung. In meinem Fall war es ein einfacher DIY-Zucker, der mir zeigte, wie vielseitig das Zitronenblatt wirklich ist.
Rezepte mit australischem Zitronenblatt
Das Zitronenblatt überrascht nicht nur durch sein intensives Aroma, sondern auch durch seine Vielseitigkeit in der Küche. Besonders beliebt ist ein Zitronenblatt Sirup Rezept, das sich auch zu einem erfrischenden Zitronenblatt-Sprizz weiter verfeinern lässt. Eine weitere raffinierte Variante ist ein Zitronenblatt Zucker Rezept. Alle Rezepte sind einfach zuzubereiten und verfeinern zahlreiche Getränke und Desserts.
Rezept – Zitronenblatt-Zucker selber machen
Zitronenblatt-Zucker ist eine aromatische Veredelung für Tee, Joghurt, Gebäck oder Eis – und lässt sich ganz einfach selbst herstellen. Das intensive Aroma der Blätter verbindet sich mit dem Zucker zu einem frischen, zitronigen Geschmackserlebnis.
Zutaten:
- 3–5 frische Blätter australisches Zitronenblatt
- 150 g Zucker (weiß oder fein braun)
(Tipp: Je mehr Blätter, desto intensiver das Aroma)
Zubereitung:
- Blätter vorbereiten
Die Zitronenblätter grob zerschneiden oder zerzupfen. - Pürieren
Blätter mit Zucker in einen leistungsstarken Mixer geben und zu einer grünen, feuchten Paste verarbeiten. - Trocknen lassen
Die Masse auf einem Teller oder Backpapier flach ausstreichen und an der Luft trocknen lassen (1–2 Tage). Alternativ im Ofen bei ca. 40 °C mit Umluft oder Dörrgerät. - Zerkleinern & abfüllen
Die getrocknete Masse durch ein Sieb oder Mörser bröseln. In ein Schraubglas oder dekoratives Röhrchen füllen.
Bildertipp: Die Schritte sind im Beitrag mit Bildern dokumentiert – vom Blatt bis zum fertigen Kräuterzucker.
Fotos © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog
Zitronenblatt-Sirup Rezept
Zitronenblatt-Sirup bringt eine frische, zitronig-würzige Note in Limonaden, Cocktails, Desserts oder Tee. Die Blätter werden nicht gekocht, sondern im Läuterzucker gezogen – so bleibt das Aroma erhalten. Das Rezept folgt meinem bewährten Holunderblüten-Sirup
Zutaten
- rund 10 große Blätter australisches Zitronenblatt (Plectranthus)
- 1 Liter Wasser
- 500 g Zucker
- 1 Bio-Zitrone
- 15 g Zitronensäure
Zubereitung
- Läuterzucker ansetzen: Wasser und Zucker in einem Topf unter Rühren erhitzen, bis sich der Zucker vollständig gelöst hat. Nicht kochen lassen.
- Aromatisieren: Topf vom Herd nehmen. Zitronenblätter grob zerteilen, zusammen mit den Zitronenscheiben und der Zitronensäure in den warmen Läuterzucker geben.
- Ziehen lassen: 2 Tage an einem kühlen Ort ziehen lassen; zwischendurch umrühren oder schütteln
- Abseihen: Durch ein feines Sieb oder Tuch filtern, dabei die Blätter leicht ausdrücken.
- Abfüllen: In saubere, heiß ausgespülte Flaschen füllen und gut verschließen.
Haltbarkeit: Kühl gelagert ca. 3–4 Wochen. Für längere Lagerung den abgeseihten Sirup kurz bis knapp unter den Siedepunkt erhitzen und heiß abfüllen.
Bildergalerie Zitronenblatt-Sirup, alle Bilder © J. Seidl, Freisinger Gartenblog
Zitronenblatt-Sprizz Rezept
Der Zitronenblatt Sprizz ist eine erfrischende Neuinterpretation klassischer Sommerdrinks. Statt Aperol oder Holunderblüte kommt hier etwas ganz Besonderes ins Glas: der aromatische Sirup aus dem Australischen Zitronenblatt. Er bringt nicht nur einen frischen Zitronengeschmack mit, sondern ein ganz eigenes Aroma, das weder die Zitrone allein, noch Zitronenmelisse oder Zitronenverbene in dieser Form hervorbringen. In Kombination mit der feinen Bitterkeit von Tonic Water und der Leichtigkeit von sprudelndem Mineralwasser wird daraus ein einzigartiges Geschmackserlebnis – leicht exotisch, unverkennbar frisch und garantiert ein Highlight im Sommergarten.
Zutaten für 1 Glas (ca. 225 ml)
- 50 ml Zitronenblatt-Sirup (Herstellung siehe unten)
- 75 ml Indian Tonic Water
- 100 ml Mineralwasser
- Eiswürfel nach Belieben
- 1 Scheibe unbehandelte Zitrone
- frische Blätter vom Australischen Zitronenblatt (zur Deko)
Zubereitung
Für dieses Zitronenblatt Sprizz Rezept wird zunächst ein Glas mit Eiswürfeln gefüllt. Dann den Zitronenblatt-Sirup hineingießen, mit Indian Tonic Water aufgießen und anschließend mit Mineralwasser auffüllen. Zum Schluss mit einer Zitronenscheibe und einigen frischen Blättern vom Australischen Zitronenblatt dekorieren.
Am besten sofort eiskalt genießen – erfrischend, spritzig und aromatisch.
Tipps & Variationen
- Wer den Drink kräftiger mag, kann das Verhältnis auf 50 ml Sirup, 100 ml Tonic Water und 75 ml Mineralwasser ändern.
- Als fruchtige Alternative passen auch ein paar Spritzer frischer Zitronensaft ins Glas.
- Der Zitronenblatt Sprizz eignet sich hervorragend als alkoholfreier Aperitif im Sommergarten.
Links
- Alles über Herkunft, Botanik und Pflege
findest du auf meiner Seite Australisches Zitronenblatt – Pflege, Vermehrung & Überwinterung - Australisches Zitronenblatt auf Pflanzenwiki mit Inspiration für Sirup- oder Gelee
- Gelee-Rezept mit australischem Zitronenblatt auf Chefkoch


Im Frühjahr diesen Jahres habe ich durch Zufall in meiner Gärtnerei ein Zitronenblatt gesehen und aus Neugier mitgenommen. Inzwischen konnte ich 10 Ableger verschenken und beherberge jetzt im Winter eine sehr große Pflanze im hellen Keller.
Danke für die Rezepte. Ich hatte bisher bei meiner Internetseite wenig Glück. Ich werde sie alle ausprobieren.
Das Zitronenblatt ist eine super Pflanze, die es verdient, hier bekannter zu werden.
Viele Grüße
Anette
Liebe Anette,
schön, dass du meinen Blog besucht hast! Habe natürlich gleich bei dir vorbeigeschaut und mich von Federmohn und Huggenotten-Torte begeistern lassen :)
Wünsche dir einen guten Jahresausklang und Start ins neue Gartenjahr.
herzliche Grüße
Johann
btw: wann hast du die Ableger gemacht? Meine sind ein bisschen zögerlich …
Das mit dem Zucker werden ich ausprobieren, spannender Artikel :)
Hab ich auch noch nie gehört! Hörst sich aber sehr interessant an! Ich mag den zitronigen Geschmack!
Viele Grüße von
Margit