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Urbane Permakultur – Buchbesprechung

Buchcover zeigt Grünen Turnschuh mit gelben Chili und Text: Jedem sein Grün
Urbane Permakultur: Selbstversorgung ohne Garten
 

Urbane Permakultur und Selbstversorgung ohne Garten! Kein eigener Garten, sondern nur ein kleiner Balkon? Nicht einmal der, sondern nur ein Fensterbrett oder eine Hauswand? Oder gar nichts davon? KeinProblem!

Urbane Permakultur steht für eine neue Art des Gärtnerns: ressourcenschonend, kreativ, naturnah – und mitten in der Stadt. Das Buch „Jedem sein Grün – Urbane Permakultur“ von Judith Anger, Immo Fiebrig und Martin Schnyder zeigt eindrucksvoll, wie Selbstversorgung auch ohne eigenen Garten gelingen kann. Ob Balkon, Fensterbrett oder Hauswand – dieses Buch macht Mut, den eigenen Lebensraum neu zu denken.

Was bedeutet urbane Permakultur?

Kresse wurde in einer Herzform gezogen, auf rustikalem Hintergrund
Produktives Mini-Biotop auf engstem Raum. Kresse lässt sich in fast jede Form bringen. Foto © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog

Permakultur ist weit mehr als ökologisches Gärtnern. Sie folgt einem ganzheitlichen Ansatz, bei dem natürliche Kreisläufe nachgeahmt werden. Chemische Dünger, Pestizide und Gentechnik spielen dabei keine Rolle. Stattdessen stehen Bodenaufbau, Artenvielfalt, Wasserrückhalt, Samenfestigkeit und die gegenseitige Unterstützung von Pflanzen im Mittelpunkt.

Das Buch überträgt diese oft theoretisch wirkenden Prinzipien leicht verständlich auf urbane Lebensräume. Pflanzsäcke, Balkonkästen, Hochbeete, Fassaden, Dächer und kleine Hinterhöfe werden zu produktiven Mini-Biotopen – selbst auf engstem Raum.

Selbstversorgung ohne Garten – eine realistische Vision

Viele verbinden Selbstversorgung noch immer mit großen Nutzgärten, Gewächshäusern und ländlicher Idylle. Dieses Buch räumt mit genau diesem Bild auf. Es richtet sich gezielt an Stadtbewohner ohne eigene Gartenfläche – an Menschen mit kleinem Balkon, sonnigem Fenster oder sogar nur einer Hauswand.

Die zentrale Botschaft lautet: Permakultur ist nicht abhängig von Fläche, sondern von Haltung, Planung und Kreisläufen. Urban Gardening wird hier nicht als kurzfristiger Trend dargestellt, sondern als nachhaltige Alternative zu anonymen Lebensmittelketten, Ressourcenverschwendung und Entfremdung von natürlichen Prozessen.

Aus dem Inhalt des Buches

Buchdaten & Transparenzhinweis anzeigen

Titel: Jedem sein Grün – Urbane Permakultur

  • Herausgeber: Kneipp-Verlag
  • Erscheinungstermin: 12. März 2012
  • Auflage: 1.
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenzahl: 168 Seiten
  • ISBN-10: 3708805445
  • ISBN-13: 978-3708805443
  • Abmessungen: 18.9 x 1.7 x 22.6 cm

Hinweis: Das Buch wurde mir vom Verlag kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Rezension erfolgte unbeeinflusst und spiegelt meine eigene Meinung wider.

Ein großes Plus des Buches sind die zahlreichen Praxisbeispiele. Kapitel wie „Balkonoase in der Großstadt – Vom Betonofen zum essbaren Biotop“ oder „Vom Reihenhausgarten zum essbaren Garten“ zeigen konkret, wie urbane Permakultur im Alltag funktionieren kann.

Die vorgestellten Projekte sind bewusst kompakt beschrieben, liefern aber genau die Informationen, die man für die Umsetzung braucht: Skizzen, Materiallisten, Pflanzpläne und praktische Hinweise. Hier wird nichts verklärt – sondern realistisch gezeigt, was möglich ist.

  • Geschichte und Prinzipien der Permakultur
  • Ideen und praktische Anleitungen für die Stadt
  • 18 internationale urbane Projekte permakultureller Selbstversorgung
  • Einführung in die Vielfalt der Nutzpflanzen
  • Nützliche Adressen zur Weiterbildung sowie Saatgut- und Pflanzenbezug

Guerilla-Gardening und Saatbomben

Lehmkugeln, fertige Samenbomben
Selbstgebastelte Seedbombs :)

Ein besonders spannender Teil widmet sich dem Guerilla-Gardening. Öffentliche, oft vernachlässigte Flächen werden dabei kreativ begrünt – legal oder zumindest gut gemeint. Unter dem Stichwort „Saatbomben“ findet sich eine konkrete Anleitung zur Herstellung sogenannter Seed-Bombs aus Erde, Lehm und Saatgut. Diese lassen sich gezielt ausbringen und verwandeln trostlose Flächen in blühende Inseln. Gerade hier zeigt sich, dass urbane Permakultur auch eine Form von sanftem Stadtumbau sein kann.
Dazu siehe auch meine Buchbesprechung ” Guerilla-Gardening”

Pflanzenvielfalt statt Einheitsgrün

Ein weiteres zentrales Kapitel widmet sich der Vielfalt der Nutzpflanzen. Von der Andenbeere bis zum Zichoriensalat werden zahlreiche essbare Pflanzen vorgestellt, die auch auf kleinen Flächen gedeihen. Das Buch ermutigt ausdrücklich dazu, über die klassischen Tomate-Basilikum-Kombinationen hinauszudenken.

Gerade im urbanen Raum ist diese Vielfalt entscheidend, um Licht, Wasser und Platz optimal zu nutzen – ganz im Sinne des permakulturellen Denkens.
Das Buch Die Vielfalt kehrt zurück widmet sich ganz diesem Thema – Buchbesprechung im Gartenblog

Für wen ist dieses Buch geeignet?

  • für Menschen ohne eigenen Garten
  • für Balkongärtner und Fensterbank-Gärtner
  • für Einsteiger in die Permakultur
  • für nachhaltigkeitsbewusste Stadtbewohner
  • für alle, die Selbstversorgung neu denken wollen

Die Autoren und ihre Kompetenz

Judith Anger bringt ihre Erfahrung aus der Bildungs- und Veranstaltungsszene ein und gründete den Verein Perma Vitae zur Wissensvermittlung in der Permakultur. Dr. Immo Fiebrig ist Pharmazeut und systemischer Coach und verbindet naturwissenschaftliches Denken mit ganzheitlichen Ansätzen. Martin Schnyder ist ausgebildeter Landschaftsgärtner und Obergärtner mit jahrzehntelanger Praxiserfahrung.

Fazit: Ein Mutbuch für grüne Städte

„Jedem sein Grün – Urbane Permakultur“ ist weit mehr als ein klassischer Ratgeber. Es ist ein Mutmacher für alle, die sich von Beton, Asphalt und Platzmangel nicht entmutigen lassen wollen. Nachhaltige Selbstversorgung beginnt nicht erst auf dem Land – sie beginnt direkt vor der eigenen Haustür.

Kurzum: Ein durchdachtes, praxisnahes und inspirierendes Buch für eine lebenswertere Stadt.

Links

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