Der Holunder wächst rund um unser Haus, an jeder Seite ist ein Strauch. Nicht nur, dass wir damit gut mit Blüten und Beeren versorgt sind, der Holunderstrauch im Hausgarten gilt ja auch als Lebensbaum und beherbergt als Hausbaum wohlgesinnte Hausgeister :-)
Inhaltsverzeichnis
Holunderblüten für Hollerküchlein und Tee
Und wirklich: Der Holunder beschenkt uns reichlich übers Jahr. Mit dem Erscheinen der Blüten im Frühjahr beginnt die „Bescherung“: Der süße, an Honig erinnernde Duft zieht durchs offene Fenster und lädt dazu ein, einige Dolden zu ernten.
Besonders beliebt sind Hollerküchlein: Dafür werden die frischen Blütendolden in einen leichten Backteig getaucht und goldbraun ausgebacken. Mit Puderzucker bestäubt sind sie ein traditionelles Frühlingsgebäck. Eine ausführliche Anleitung und ein besonders leckeres Rezept findest du beim SZ-Kochquartett.
Getrocknet lassen sich die Blüten außerdem wunderbar als Holunderblütentee verwenden – schweißtreibend, schleimlösend und ein bewährtes Hausmittel bei Erkältungen.
Viele der reichlichen Dolden gehen bei uns allerdings in die Sirup-Produktion. Inzwischen ist der Holundersirup ja auch in der „breiten Bevölkerung angekommen“ und wird zusammen mit Sekt als sogenannter „Hugo“ geschätzt.
Holundersirup Rezept
Zutaten für ca. 4 Liter Holundersirup
- 15 große oder 20–25 kleine Holunderdolden (trocken und voll aufgeblüht geerntet)
- 3,5 Liter Wasser
- 4 Pfund Zucker (ca. 2 kg)
- 60 g Zitronensäure
- 4 ungespritzte Zitronen (in Scheiben geschnitten)
Zubereitung
Für dieses Holundersirup Rezept werden bei trockenem Wetter 15 große oder 20–25 kleine Holunderdolden gesammelt. Am besten erntet man vormittags, wenn die Blüten vollständig geöffnet und trocken sind – so ist das Aroma besonders intensiv.
Die Blüten werden zusammen mit 3,5 Liter Wasser, 4 Pfund Zucker, 60 g Zitronensäure und den Scheiben von 4 ungespritzten Zitronen in einem großen Gefäß 48 Stunden lang angesetzt. Das Gefäß sollte mit einem sauberen Tuch abgedeckt werden, um Insekten fernzuhalten.
Während der Ziehzeit ist es wichtig, die Mischung mehrmals täglich umzurühren und sie nicht länger als zwei Tage stehen zu lassen, da der Ansatz sonst zu gären beginnt.
Nach 48 Stunden den Ansatz durch ein feines Tuch oder Sieb abseihen. Anschließend den klaren Sirup in saubere, heiß ausgespülte Glasflaschen füllen. Auch die Deckel sollten ausgekocht werden, um die Haltbarkeit zu sichern. Plastikflaschen sind ungeeignet, da sie sich bei der Hitze verformen können.
Der Sirup ergibt etwa 4 Liter und ist kühl und dunkel gelagert mehrere Monate haltbar. Geöffnete Flaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Wochen verbraucht werden.
Tipps & Variationen
- Der fertige Holundersirup eignet sich nicht nur für Hugo und Limonade, sondern auch zum Aromatisieren von Obstsalat, Joghurt oder Desserts.
- Wer es weniger süß mag, kann die Zuckermenge reduzieren – allerdings verkürzt sich dadurch die Haltbarkeit.
- Für ein feineres Aroma kann man zusätzlich einige Blätter Australisches Zitronenblatt oder Zitronenmelisse mitziehen lassen.
siehe auch: Australisches Zitronenblatt Sirup
Rezept Holundersaft
Zutaten für ca. ½ Liter Holundersaft
- 1 kg vollreife, tiefschwarze Holunderbeeren (grüne und rote Beeren aussortieren, grobe Stiele entfernen)
- 200–250 g Zucker
- Optional: Äpfel oder Pflaumen zum Mischen
Zubereitung
Ab Anfang September sind die Holunderbeeren reif und bereit zur Verarbeitung. Achte unbedingt darauf, nur tiefschwarze Beeren zu verwenden – unreife, grüne oder rote Beeren sind leicht giftig und müssen aussortiert werden.
Für 1 kg Beeren (die groben Stiele werden entfernt) gibt man etwa 200–250 g Zucker. Die Beeren werden zunächst einige Stunden eingezuckert, damit sie Saft ziehen. Wer mag, kann sie auch mit Äpfeln oder Pflaumen mischen, das rundet das Aroma ab.
Anschließend kommen Beeren und Zucker in den Dampfentsafter. Dort werden sie ca. 45 Minuten mit heißem Wasserdampf erhitzt, bis die Beeren zerplatzen und ihr tiefroter Saft in den Auffangbehälter läuft.
Wichtig: Der Saft ist beim Abfüllen sehr heiß! Deshalb nur saubere Glasflaschen verwenden, die zuvor mit kochendem Wasser ausgespült wurden. Auch die Deckel müssen ausgekocht werden, damit keine Keime in den Saft gelangen. Plastikflaschen sind ungeeignet, da sie sich verformen oder sogar schmelzen könnten. Beim Abfüllen die Flaschen auf ein feuchtes Tuch stellen – so platzen sie nicht durch den Temperaturunterschied.
1 kg Beeren ergibt etwa ½ Liter Saft. Dieser ist durch den hohen Zuckergehalt sehr süß und dadurch haltbar, sollte aber zum Trinken mit Wasser verdünnt werden.
So entsteht nach und nach ein wertvoller Wintervorrat: In unserer Küche köchelt der Dampfentsafter oft tagelang, bis alle Beeren verarbeitet sind. Aus zwei Kästen Beeren werden schnell 20 Liter Saft – das sind rund 40 Flaschen für die kalte Jahreszeit.
Alle Bilder © J. Seidl, Freisinger Gartenblog
Roter Glühwein ohne Alkohol
Im Herbst und Winter wird der heiße Saft mit Zimt, Anis und Orangenschalen zum Holunder-Glühwein. Dazu kann er natürlich auch mit anderen Säften wie Apfelsaft gemischt und verfeinert werden. Besonders beliebt ist die alkoholfreie Variante als Kinderpunsch oder als wärmendes Getränk für kalte Winterabende.
Holunder-Glühwein ist nicht nur ein aromatisches Highlight, sondern auch reich an wertvollen Inhaltsstoffen. Die tiefrote Farbe stammt von Anthocyanen, die als Antioxidantien bekannt sind und das Immunsystem in der Erkältungszeit unterstützen können. Wer es etwas kräftiger mag, kann den Holunderpunsch zusätzlich mit Nelken, Sternanis oder einem Stück frischem Ingwer würzen.
So wird aus einfachem Holundersaft ein vielseitiges Wintergetränk – ein Rezeptklassiker, der in keiner Sammlung von Holunder-Rezepten fehlen darf.
Rezept Holundergelee
Zutaten für ca. 6 Gläser Holundergelee
- 1 Liter frisch gewonnener Holundersaft (aus dem Dampfentsafter, siehe Rezept Holundersaft)
mit nur 100 g Zucker pro 1 kg Beeren beim Entsaften - 330 g Gelierzucker 3:1 (ca. 1 Pfund auf ca. 1,5 Liter Saft)
- Optional: etwas Zitronensaft oder Gewürze (z. B. Zimt oder Vanille) für besonderes Aroma
Zubereitung Holundergelee
Für Holundergelee benötigt man zunächst Holundersaft, der beim Entsaften mit dem Dampfentsafter gewonnen wird. Dabei reicht es, nur etwa die halbe Zuckermenge zuzugeben, also ca. 100 g Zucker pro 1 kg Beeren. So bleibt der Saft aromatisch und lässt sich gut weiterverarbeiten.
Den Saft mit Gelierzucker 3:1 nach Packungsanleitung vermischen, unter Rühren kurz aufkochen und heiß in vorbereitete Gläser füllen. Diese zuvor mit kochendem Wasser sterilisieren und sofort nach dem Befüllen mit den ausgekochten Deckeln verschließen.
Beim Abkühlen bildet sich die typische Gelee-Konsistenz. Wer eine besonders feste Konsistenz wünscht, kann etwas mehr Gelierzucker verwenden oder die Kochzeit leicht verlängern.
Tipps & Haltbarkeit
- Holundergelee ist kühl und dunkel gelagert mindestens 12 Monate haltbar. Angebrochene Gläser sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Wochen verbraucht werden.
- Für einen besonderen Geschmack kann der Gelee mit einem Schuss Zitronensaft, Orangenabrieb oder winterlichen Gewürzen wie Zimt und Anis verfeinert werden.
- Holundergelee passt nicht nur aufs Frühstücksbrot, sondern auch hervorragend zu Käse, Wildgerichten oder als fruchtige Füllung für Kuchen und Plätzchen.
FAQ zu Holunder-Rezepten
Kann man rohe Holunderbeeren essen?
Nein, rohe Holunderbeeren enthalten Sambunigrin, das zu Übelkeit und Erbrechen führen kann. Erst durch Erhitzen wird der Stoff unschädlich gemacht.
Wie erkenne ich reife Holunderbeeren?
Reife Holunderbeeren sind tiefschwarz, weich und hängen in vollen Dolden. Unreife, grüne oder rote Beeren sollten nicht mitverarbeitet werden.
Wann ist die beste Zeit, Holunderblüten zu ernten?
Holunderblüten erntet man an sonnigen, trockenen Tagen, wenn sie voll aufgeblüht sind. So ist das Aroma besonders intensiv.
Welche Rezepte lassen sich mit Holunderblüten umsetzen?
Beliebte Rezepte sind Hollerküchel, Holunderblütensirup und Holunderblütengelee. Die Blüten eignen sich auch für aromatisierte Getränke.
Wie lange ist Holundersaft haltbar?
Heiß abgefüllt und kühl gelagert hält sich Holundersaft mehrere Monate. Geöffnete Flaschen sollten im Kühlschrank aufbewahrt und innerhalb weniger Tage verbraucht werden.
Tipps & Inspirationen zu Holunder-Rezepten
Auch andere Garten- und Naturseiten bieten kreative Ideen zur Verarbeitung von Holunderblüten und -beeren:
- Holunderbeeren-Rezepte – lecker und gesund
Rezeptideen von Kostbare Natur für süße und herzhafte Holundergerichte. - Schwarzer Holunder – ein Superstar in der Küche
Bohlken Baumschulen über kulinarische und gesundheitliche Verwendungsmöglichkeiten. - Holunder – kulinarischer Genuss und Naturschutz
NABU Niedersachsen mit Tipps zur Verarbeitung und zum Schutz des Holunders.
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