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Buchrezension: Naturfotografie im Garten von Jonathan Fieber

Ein glänzend grüner Rosenkäfer sitzt auf der weißen Blüte eines Rhabarbers im Naturgarten (Foto by Johann Seidl, Gartenpoet)
Makro trifft Artenvielfalt - ein Fotomotiv ganz im Sinne von "Naturfotografie im Garten" - © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog
 

Warum in die Ferne schweifen, wenn das wilde Leben direkt vor der Haustür beginnt? Jonathan Fiebers Buch Naturfotografie im Garten zeigt eindrucksvoll, wie viel fotografisches Potenzial in einem ganz normalen Garten steckt – und wie einfach es ist, dieses zu entfalten. Statt langer Anfahrten und teurer Ausrüstung braucht es vor allem Aufmerksamkeit, Artenvielfalt und ein bisschen Geduld.
Als Gartenblogger, der regelmäßig zwischen Beetrand und Blütenkelch unterwegs ist, finde ich mich in vielen Ideen des Buchs sofort wieder – und habe gleichzeitig jede Menge Neues gelernt.

Natur gestalten und fotografieren – das Buch

Cover des Buchs „Naturfotografie im Garten“ von Jonathan Fieber – mit Tagpfauenauge auf rosa Blüten
Coverabbildung: Naturfotografie im Garten von Jonathan Fieber, dpunkt.verlag

Jonathan Fieber zeigt in seinem Buch eindrucksvoll, wie naturnahes Gärtnern und kreative Fotografie Hand in Hand gehen. Wer seinen Garten gezielt als Lebensraum für Tiere gestaltet – mit Trockenmauern, Wildblumen, Totholzhaufen oder einem kleinen Teich –, schafft damit nicht nur ökologische Vielfalt, sondern auch eine Fülle spannender Fotomotive. Schritt für Schritt entsteht so ein Naturfotoparadies direkt vor der eigenen Haustür.

Besonders positiv hervorzuheben:

  • Klar strukturiertes Layout im typischen dpunkt-Stil
  • Hochwertiger Druck und brillante Bildqualität
  • Authentischer, leidenschaftlicher Ton – man spürt die Liebe zur Natur
  • Viele praktische Tipps, sofort umsetzbar
  • Inspirierende Fotos und konkrete Pflanzenempfehlungen
  • Regelmäßige Hinweise auf Naturschutz und Artenvielfalt

Buchdaten:

Naturfotografie im Garten
Jonathan Fieber
dpunkt.verlag, ISBN 978-3-98889-030-6
192 Seiten, zahlreiche Farbabbildungen

Das Buch ist in drei praxisnahe Kapitel gegliedert, die alle eines gemeinsam haben: Sie holen die Naturfotografie zurück nach Hause – in den eigenen Garten.

Lebensraum @Home – Artenvielfalt gezielt fördern

Schwarze Holzbiene auf pinker Blüte der Staudenwicke – Naturfotografie im Naturgarten. Foto by Johann Seidl, Gartenpoet
Imposant: Die Schwarze Holzbiene im Anflug auf die Staudenwicke – © Johann Seidl – Freisinger Gartenblog

Im ersten Kapitel zeigt Jonathan Fieber, wie man mit kleinen, gezielten Maßnahmen den eigenen Garten in einen lebendigen Lebensraum verwandelt – für Insekten, Vögel, Amphibien und andere tierische Besucher. Hilfreich ist die Pflanzübersicht mit Vor- und Nachteilen und den Arten, die davon profitieren.
Auch die Kombination aus Pflanztipps und Detailfotos überzeugt. Sie macht unmittelbar Lust, direkt mit der Umgestaltung der einen oder anderen Gartenecke zu beginnen.

Aus meinem Garten – Lebensraumgestaltung und Naturfotografie

Indem ich einen abgestorbenen Pflaumenbaum einfach stehen ließ, konnte ich beobachten, wie sich dort eine Schwarze Holzbiene (Xylocopa violacea) ansiedelte. Nur wenige Wochen später hatte ich das Glück, sie mehrfach fotografieren zu können – ein eindrucksvolles Erlebnis und ein wunderbares Motiv für die Naturfotografie.
Für solche Begegnungen ist es hilfreich, großblütige Pflanzen anzubieten – vor allem Vertreter der Schmetterlingsblütler. Besonders gerne und häufig wird bei mir die Staudenwicke (Lathyrus latifolius) angeflogen.

Naturfotografie @Home – Technik trifft Beobachtung

Im Kapitel Naturfotografie @Home geht es um die fotografische Umsetzung: Welche Objektive eignen sich? Wie gelingt Tarnung? Wie nutzt man Licht kreativ? Statt technischer Belehrungen vermittelt Fieber praxisnahes Wissen mit Herz und Erfahrung – leicht nachvollziehbar, mit vielen konkreten Beispielen.

Makroaufnahme einer orangefarbenen Blüte, die von einer Kamera im Garten anvisiert wird – Symbol für kreative Naturfotografie im Garten by Johann Seidl, Gartenpoet
Mitten ins Blütenherz: Naturfotografie beginnt oft direkt vor der Haustür – © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog

Meine eigene Ausrüstung für den Einsatz:
Ich arbeite mit einer Lumix FZ300 Bridgekamera, ergänzt durch eine Makrolinse, sowie mit dem Google Pixel 8 Pro, das besonders bei spontanen Aufnahmen im Garten mit starkem Makro- und Bewegungstracking überzeugt. Damit werde ich versuchen, möglichst viele der im Buch vorgestellten Tipps umzusetzen – etwa aus dem Kapitel Action, in dem es darum geht, schnelle Bewegungen wie den Flug von Insekten einzufrieren.

Praxisnahe Mini-Workshops führen durch konkrete Aufnahmesituationen – vom Frühblüher im Gegenlicht bis zur fliegenden Schwebfliege. Die gut erklärten Abläufe machen Lust, Kamera und Gummistiefel zu schnappen und selbst loszulegen. Auch ungewöhnliche Orte wie Keller oder Dachboden werden nicht ausgespart – dort warten, wie Fieber zeigt, oft unerwartete Fotostars.

Workshops @Home – Projekte zum Nachmachen

Im letzten Kapitel finden sich zahlreiche Mini-Workshops, die zeigen, wie sich beeindruckende Fotomotive direkt vor der eigenen Haustür inszenieren lassen – auch ohne perfekten Naturgarten. Von der wilden Wiese über das Insektenhotel bis zur Wasseroberfläche des Teichs: Wer sich auf diese Experimente einlässt, wird nicht nur fotografisch belohnt, sondern bringt auch mehr Leben in den Garten.

Ein roter Faden zieht sich durch alle Kapitel: Je vielfältiger der Garten, desto größer die fotografischen Möglichkeiten. Ob Spinne auf der Trockenmauer, Libelle am Teich oder überwinternde Falter im Schuppen – mit einem geschulten Blick lassen sich spektakuläre Aufnahmen in unmittelbarer Nähe realisieren.

Naturfotografie im Garten – ein Fazit

Naturfotografie im Garten ist mehr als nur ein schönes Buch mit gelungenen Bildern – es ist eine Einladung, die eigene Umgebung mit anderen Augen zu sehen. Jonathan Fieber vermittelt sein Wissen mit großer Klarheit und Leidenschaft – und macht Mut, selbst aktiv zu werden.

Ob Blühstreifen, abgestorbener Obstbaum oder Wasserstelle: Wer Lebensräume schafft, schafft Motive.
Mich persönlich hat das Buch nicht nur inspiriert, sondern auch bestärkt – denn manchmal genügt ein alter Pflaumenstamm, um ein Fotowunder wie die Schwarze Holzbiene willkommen zu heißen. Ein empfehlenswerter Begleiter für alle, die Garten und Kamera lieben.

Pressestimmen

„Der Band besticht nicht nur durch praktische Anregungen zur naturnahen Gartengestaltung, sondern auch durch inspirierende Foto-Workshops und gut verständlich vermitteltes Technikwissen.“
(Bücherrundschau)

„Überraschend, welche außergewöhnlichen Bilder direkt im eigenen Umfeld entstehen können. Besonders die Verbindung von Fotografie und ökologischer Gartengestaltung überzeugt.“
(scharf-links.de)

Siehe auch im Gartenblog

Links zu Naturfotografie im Garten

Hinweis: Das Rezensionsexemplar wurde mir freundlicherweise vom Verlag zur Verfügung gestellt.

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