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Insekten sehen lernen – das Insecticon-Quartett

Grün-schwarz gefärbte Libelle sitzt mit ausgebreiteten Flügeln auf einer menschlichen Hand im Freien.
Eine Mosaikjungfer auf meiner Hand – ein Moment der Annäherung zwischen Mensch und Libelle. Foto © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog

Ein Marienkäfer auf dem Salatblatt. Eine Hummel im Lavendel. Eine Wespe am Kaffeetisch. Insekten sind überall.
Wir registrieren ein Schwirren in der Luft, einen Farbtupfer auf dem Boden – und reagieren vielleicht noch mit einem „schön“, „nützlich“ oder „nervig“. Dann aber wandern Blick und Aufmerksamkeit weiter.

Das Insecticon-Insektenquartett

Ausgebreitete Karten des Insecticon-Insektenquartetts mit handgezeichneten Insektenillustrationen auf einem Holztisch.
Das Insecticon-Insektenquartett mit verschiedenen Insektenarten. Foto © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog, Illustrationen von Heike Burghardt

Genau hier setzt das Insektenquartett von Insecticon an. Es lädt zum genauen Hinsehen ein und macht Beobachtungen benennbar, indem es Details und Zusammenhänge sichtbar macht. 

Das Insecticon-Quartett rückt vertraute Insektenarten in den Mittelpunkt – keine Exoten, sondern Tiere, denen wir tatsächlich begegnen können. Arten, die bekannt erscheinen, im Alltag jedoch oft kaum genauer bezeichnet werden als Käfer, Biene oder Schmetterling.

Die sorgfältig illustrierten und informativ aufgebauten Karten setzen genau an diesem Punkt an. Sie greifen die vorhandene Vertrautheit auf und führen sie weiter. Neugier entsteht dort, wo man etwas bereits ein wenig zu kennen glaubt – und merkt, wie viel mehr es noch zu entdecken und verstehen gibt.

Transparenz & Information

Die Arbeit von Insecticon wird vom Autor dieses Blogs seit Längerem aufmerksam verfolgt. Die Veröffentlichung des Insektenquartetts war Anlass, die Initiative und dieses Produkt in einem eigenen Beitrag vorzustellen.
Für diesen Artikel wurden keine Honorare gezahlt und keine vertraglichen Gegenleistungen vereinbart. Die Vorstellung erfolgt als redaktionelle Einordnung und inhaltliche Unterstützung einer Umweltbildungs-Initiative, deren Ansatz und Zielsetzung hier überzeugt.

Alle Informationen zum Insektenquartett unter:
https://www.insecticon.net/

Erkennen durch Spielen

Das Quartettprinzip ist einfach. Gerade darin liegt seine Stärke. Vordergründig werden Merkmale verglichen: Größe, Lebensraum, Häufigkeit, Wehrhaftigkeit. Die Vergleiche sind klar und unmittelbar.

Nebenbei entsteht etwas anderes. Der Blick beginnt, Unterschiede wahrzunehmen und zuzuordnen. Beobachtungen stehen nicht mehr für sich, sondern lassen sich in Beziehung setzen. Was gesehen wird, bekommt einen Platz – nicht als Buchwissen, sondern als Einordnung. 

Illustration und Info auf der Vorderseite der Karten

Quartettkarte mit Illustration des Schmetterlings Kleiner Fuchs steht auf dem Boden zwischen Pflanzen, im Hintergrund die Kartenrückseite mit QR-Code
Das Insecticon-Quartett mit Kleinen Fuchs. Foto: Insecticon

Die Vorderseite der Karten wird von handgezeichneten Illustrationen der Künstlerin Heike Burghardt geprägt. Die Darstellungen orientieren sich an einer ruhigen, naturkundlichen Bildsprache und erinnern in ihrer Anmutung an klassische Feldskizzen aus Bestimmungsbüchern.

Auf Überzeichnung, Comic-Elemente oder dekorative Effekte wird bewusst verzichtet. Formen, Farben und Proportionen folgen dem Ziel, die gezeigten Insekten klar erkennbar darzustellen. Illustration und Quartettdaten sind dabei eng aufeinander bezogen: Bild und Information ergänzen sich, ohne sich gegenseitig zu überlagern.

Wer spielt, beginnt automatisch zu vergleichen – Formen, Körperbau und typische Merkmale rücken in den Blick. Der Blick schärft sich, und aus allgemeinen Begriffen werden Arten – der Käfer wird zum Rosenkäfer, die Biene zur Mistbiene und der Schmetterling zum Kleinen Fuchs.

Wissen, das über den Spieltisch hinausreicht

Die Rückseite der Karten verzichtet bewusst auf zusätzliche Textinformationen. Stattdessen führt ein QR-Code direkt zu weiterführenden Inhalten. Die Wissensebene ist damit ausgelagert: weg vom Spielmoment, hin zu einem offenen Angebot zur Vertiefung.

Quartettkarte mit Illustration des Bienenwolfs in Seitenansicht, gelb-schwarz gefärbt, mit Symbolleisten zu Größe, Lebensraum und Aktivitätszeit.
Eine Karte aus dem Insecticon-Insektenquartett mit Vorder- und Rückseite inkl. QR-Code. Foto: Insecticon

So endet das Quartett nicht am Spieltisch. Der Verweis lädt dazu ein, weiterzulesen, nachzuschlagen oder Insekten draußen in ihrem Lebensraum zu beobachten. Das Spiel selbst bleibt dabei eigenständig. Beide Ebenen funktionieren unabhängig voneinander und greifen dennoch ineinander. Gerade im Garten, wo Begegnungen sich wiederholen, entsteht so ein Zusammenhang zwischen dem, was gesehen wird, und dem, was bekannt ist.

Für wen eignet sich das Insektenquartett?

Das Insektenquartett richtet sich an alle, die Insekten besser verstehen möchten – unabhängig vom Alter.
Es lässt sich im familiären Umfeld ebenso einsetzen wie in schulischen oder außerschulischen Kontexten der Umweltbildung. Das Spiel schafft einen gemeinsamen Rahmen, in dem Beobachtungen geordnet, verglichen und weitergedacht werden können, ohne Vorwissen vorauszusetzen.

Natürlich ist das Insektenquartett für alle Naturbewegten und Insektenfreunde interessant. Im Rahmen dieses Gartenblogs möchte ich es jedoch vor allem meinen Mitgärtnerinnen und Mitgärtnern ans Herz legen. Wer gärtnert, lebt ohnehin mit Insekten – meist freundlich, manchmal konflikthaft. Das Quartett hilft, aus vagen Eindrücken konkrete Beobachtungen zu machen, und verschiebt den Fokus: weg vom schnellen Etikett, hin zum genaueren Bild.
Dabei entsteht oft noch etwas anderes: Freude über die Vielfalt im eigenen Garten. Was über Jahre gefördert und geduldet wurde, lässt sich im Spiel zeigen und benennen.

Was ist Insecticon?

Die Umweltbildungs-Initiative Insecticon macht Insektenwissen zugänglich – sachlich, anschaulich und ohne moralische Zuspitzung. Im Mittelpunkt steht das genaue Beobachten: Insekten werden nicht als abstraktes Thema behandelt, sondern als Teil des eigenen Alltags, im Garten, auf dem Balkon oder am Wegesrand.

Insecticon verbindet wissenschaftliche Genauigkeit mit erzählerischen Formaten. Kurze Filme greifen grundlegende Fragen auf und laden dazu ein, genauer hinzusehen. Ergänzt werden sie durch ein Online-Magazin mit Hintergrundtexten, Steckbriefen und vertiefenden Beiträgen, die Beobachtungen einordnen und Zusammenhänge sichtbar machen.

Über Newsletter und Community-Angebote fördert Insecticon zudem den Austausch von Beobachtungen und Fragen.
Weitere Inhalte und Einblicke bietet Insecticon über seine Social-Media-Kanäle.

Fazit: Spielerisch hinschauen lernen

Wer sich in der Natur bewegt, kennt Insekten aus eigener Anschauung: im Garten, am Wegesrand, auf der Wiese. Dennoch bleiben viele dieser Begegnungen flüchtig. Das Quartett setzt hier an und gibt dem, was gesehen wird, eine klare Form.

Das Insecticon-Quartett ist aus der Bestimmungspraxis entstanden. Es versteht sich nicht nur als Spielzeug, sondern als kleines Feldwerkzeug für den Einsatz draußen. Die Informationen sind so aufbereitet, dass sie ohne Vorbereitung und ohne Aufwand genutzt werden können – beim Spielen ebenso wie beim Beobachten und Bestimmen.

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