„Geliebte Küchengärten – eine Reise durchs Schlaraffenland“ stellt in 25 Portraits ganz unterschiedliche Küchengärten vor.
Inhaltsverzeichnis
Inspiration, Leidenschaft und gelebte Gartenkultur

„Geliebte Küchengärten – Eine Reise durchs Schlaraffenland“ ist weit mehr als ein klassisches Gartenbuch. Es ist eine Einladung, den Küchengarten als kulturellen, kulinarischen und persönlichen Lebensraum neu zu entdecken. In 25 einfühlsam erzählten Porträts zeigt das Buch, wie unterschiedlich Küchengärten sein können – und was sie im Kern verbindet: die enge Beziehung zwischen Boden, Pflanze, Mensch und Küche.
Schon beim Durchblättern wird klar, dass sich dieses Buch nicht nur an erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner richtet. Es spricht ebenso Menschen an, die vielleicht nur ein kleines Stück Garten, einen Schrebergarten oder sogar lediglich einen Balkon zur Verfügung haben. Der Küchengarten erscheint hier nicht als Idealform mit festem Maßstab, sondern als Haltung: achtsam, genussorientiert und kreativ.
Die Texte sind ruhig, respektvoll und neugierig. Man spürt, dass hier genau zugehört wurde. Die Fotografie fängt nicht nur Pflanzen ein, sondern Stimmungen, Details und Jahreszeiten. Zusammen ergeben Text und Bild ein Buch, das man nicht nur liest, sondern immer wieder zur Hand nimmt.
„Geliebte Küchengärten“ ist damit Inspirationsquelle, Lesebuch und Nachschlagewerk zugleich – ein Buch, das Lust macht, selbst anzubauen, Neues auszuprobieren und den eigenen Umgang mit Lebensmitteln zu überdenken.
Buchdaten & Transparenzhinweis anzeigen
Titel: Geliebte Küchengärten – Eine Reise durchs Schlaraffenland
- Herausgeber: Verlag Eugen Ulmer
- Erscheinungstermin: 23. Januar 2014
- Sprache: Deutsch
- Seitenzahl: 180 Seiten
- ISBN-10: 3800178397
- ISBN-13: 978-3800178391
Hinweis: Das Buch wurde mir vom Verlag Eugen Ulmer kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Rezension erfolgte unbeeinflusst und spiegelt meine eigene Meinung wider.
Was ist ein Küchengarten?
Ein Küchengarten ist kein reiner Nutzgarten, der ausschließlich auf Ertrag optimiert ist. Ebenso wenig ist er ein klassischer Ziergarten, dessen Hauptzweck im ästhetischen Eindruck liegt. Der Küchengarten bewegt sich bewusst zwischen diesen Polen.
Im Unterschied zum reinen Nutzgarten darf hier Schönheit eine Rolle spielen: Beete sind gestaltet, Wege durchdacht, Pflanzen bewusst kombiniert. Und im Unterschied zum Ziergarten steht das Essbare im Mittelpunkt – Gemüse, Kräuter, Obst und essbare Blüten, die tatsächlich in der Küche landen.
Die im Buch vorgestellten Beispiele zeigen diese Bandbreite eindrucksvoll: streng gegliederte barocke Klostergärten, üppige Bauerngärten, urbane Schrebergärten oder professionell bewirtschaftete Küchengärten von Köchinnen und Köchen. Gemeinsam ist ihnen allen der Gedanke, dass Genuss im Garten beginnt.
25 Gärten – 25 individuelle Handschriften
Die 25 porträtierten Küchengärten könnten unterschiedlicher kaum sein. Manche sind klein und überschaubar, andere weitläufige Anlagen mit langer Geschichte. Doch jeder Garten trägt unverkennbar die Handschrift seiner Besitzerinnen und Besitzer. Stimmungsvolle Bilder laden dabei zum Träumen ein und machen sichtbar, wie viel Leidenschaft, Wissen und persönliche Haltung in jedem einzelnen Garten steckt.
Zu entdecken sind traditionelle Kloster- und Konventgärten mit Heil- und Würzkräutern, romantische Obstgärten mit alten Sorten, städtische Gärten mit hoher Selbstversorgungsleistung sowie Saatgutgärten, in denen seltene und bedrohte Pflanzen kultiviert und vermehrt werden. Der kleine Schrebergarten in Berlin steht dabei gleichberechtigt neben dem berühmten Küchengarten auf Schloss Ippenburg oder dem Küchengarten des Sternekochs Johannes King auf Sylt.
Gerade diese Spannweite macht den Reiz des Buches aus: Ob urban oder ländlich, historisch gewachsen oder bewusst neu angelegt – alle vorgestellten Gärten zeigen, wie eng Anbau, Ernte und Küche miteinander verbunden sein können. Sie vermitteln die Freude am Gärtnern ebenso wie den Respekt vor der Natur und machen deutlich, dass ein Küchengarten weniger eine Frage der Größe ist als der Hingabe, mit der er gepflegt wird.
Alte Sorten und neue Perspektiven
Ein zentrales Thema des Buches ist die Vielfalt alter Gemüse- und Obstsorten. Statt standardisierter Handelsware begegnet man hier Sorten mit Geschichte, Charakter und oft überraschenden Eigenschaften. Alte Kartoffeln, Bohnen, Getreide oder Tomaten stehen exemplarisch für einen bewussteren Umgang mit Saatgut und Lebensmitteln.
Der Küchengarten wird so auch zum Ort des Bewahrens. Viele der vorgestellten Gärtnerinnen und Gärtner sehen ihre Arbeit nicht nur als privates Hobby, sondern als Beitrag zum Erhalt biologischer und kultureller Vielfalt. Saatgut, Wissen und Erfahrung werden weitergegeben – ganz selbstverständlich und ohne Pathos.
Vom Garten auf den Teller
Jedes Gartenporträt wird durch einen Steckbrief ergänzt, der die wichtigsten Eckdaten des jeweiligen Gartens zusammenfasst. Hinzu kommt jeweils ein Rezept, das direkt aus dem Garten und der Küche der Porträtierten stammt.
Diese Rezepte sind bewusst alltagstauglich gehalten. Sie zeigen, wie unmittelbar der Weg vom Beet auf den Teller sein kann, und wie viel Geschmack in saisonalen, frisch geernteten Zutaten steckt. Der Küchengarten endet nicht am Gartenzaun, sondern setzt sich konsequent in der Küche fort.
Küchengärten als Reiseziele
Das Buch lässt sich auch als eine Art kulinarisch-gärtnerischer Reiseführer lesen. Viele der vorgestellten Gärten sind öffentlich zugänglich oder Teil größerer Anlagen. Wer möchte, kann sich auf den Weg machen und diese Orte selbst besuchen – vom Schwarzwald bis nach Sylt, vom Allgäu bis nach Österreich.
So entsteht eine Landkarte lebendiger Gartenkultur, die zeigt, wie regional geprägt und zugleich universell verständlich der Gedanke des Küchengartens ist.
Links
- Küchengarten: Große Ernte auf kleiner Fläche
Gesehen bei Mein schöner Garten - Ein Küchengarten optimal angelegt
Gefunden bei wohnen-magazin.de - Wie man einen idealen Küchengarten anlegt
Entdeckt bei Servus
Infos im Gartenblog
- Frühjahr im Küchengarten
Saat, Kartoffel, Obstbaumschnitt - Mit Kaltanbau zu grünen Wundern
Buchbesprechung - Zwei Gartenbücher: Garten-Starter und Küchengärten
Buchvorstellung


