Gartentagebuch für Ende März – Ende März ist im Garten eine Zeit des Übergangs: Der Winter zieht sich zurück, ohne ganz verschwunden zu sein, und das erste echte Grün setzt vorsichtig Akzente.
Inhaltsverzeichnis
Noch wirkt vieles unscheinbar, doch bei genauerem Hinsehen beginnt es überall zu arbeiten, zu treiben und zu blühen. Frühblüher öffnen sich, Wildkräuter erscheinen, Insekten werden aktiv, und selbst unerwartete Besucher lassen sich blicken. Dieses Gartentagebuch hält Momentaufnahmen aus dieser Zwischenzeit fest – Beobachtungen aus Beet, Gartenrand und Umgebung, ohne Anspruch auf Vollständigkeit, aber mit Blick für das, was jetzt bereits spürbar in Bewegung ist.
Rettich vorziehen

Darf ich vorstellen: Meine Rettich-Batterie fertig zum Abschuss ;)
Rettiche vorziehen ist die beste Methode, trotz Rettichschwärze (Beitrag im Gartenblog) im Boden, ordentliche Rettiche ernten zu können. Das aus einem Vogelfutter-Eimer und Klopapierrollen upgecycelte Klein-Gewächshaus kommt nach dem Auflaufen der Rettiche nach draußen, sonst vergeilen die jungen Rettichpflanzen.
Ich probiere heuer einmal neben dem bekannten roten Ostergruß den “Dresdener Graugelber Runder Mai” (Dreschflegel, Anzeige). Das ist eine sehr alte Sorte, die von Dresdener GärtnerInnen erhalten wurde und besonders als früher Pflanzrettich geeignet ist.
Die jungen Rettich-Pflanzen werden dann mitsamt der Papierrolle ins Beet gepflanzt. So werden keine Wurzeln beschädigt oder geknickt.
Stand Anzucht Freiland-Tomaten
Von den 4 Sorten macht die De Berao schon im Kindesalter ihrem Beinamen “Baumtomate” alle Ehre. Mehr zu den Freiland-Tomaten 2019 im Gartentagebuch vom 18. März. Tomaten für das Freiland müssen regenfest und widerstandsfähig gegen die Braunfäule sein
Ein zweites “Zimmer”-Gewächshaus für draußen
Zeit für das zweite Zimmergewächshaus- für draußen!
Da kommen jetzt die vorgezogenen Pflanzen, die das kühle Wetter in einem Anzuchthaus geschützt gut vertragen, ja brauchen, um nicht wegen Wärme und Lichtmangel zu vergeilen. Das sind vor allem die Karotten, Blumen und der Schnittsalat. Wenn schädlicher Frost kommt, kann ich das Zimmergewächshaus ja auch schnell wieder ins Haus holen
Was noch im Haus bleibt
Heuer versuche ich Süßkartoffeln zu ziehen. Die Vermehrung soll über in Scheiben geschnittene und nach dem Abtrocknen eingepflanzte Knollen funktionieren – ich werde berichten. Im Zimmergewächshaus bleiben natürlich die Fruchtgemüse wie Paprika, Auberginen und Tomaten, aber auch eine Mungbohne, die beim Sprossen-Antreiben (Beitrag im Gartenblog) ausgetrieben ist und der ich jetzt bei Wachsen zuschaue.
Im Keller habe ich die Dahlien in leicht feuchte Erde zum Antreiben gesetzt und auch Begonienknollen und eine neue Canna. Eigentlich wollte ich die Gladiolen jetzt auch antreiben, das haben sie aber vor Wochen schon selbst erledigt und stehen jetzt draußen, damit sie etwas gebremst werden. Bei Frost hole ich sie natürlich ins Haus.
Frühboten und erste Begegnungen
Zwischen Winterrest und erstem echten Frühling zeigt sich, was draußen los ist. Besonders auffällig sind jetzt die kleinen, oft übersehenen Akteure.
Die stinkende Nieswurz blüht früh und zuverlässig – und ist damit eine der ersten wichtigen Nahrungsquellen für Hummeln. Gerade an kühlen Tagen sieht man sie tief in den Blüten arbeiten, wenn sonst noch kaum etwas offen ist. Für den Garten ein leiser, aber wertvoller Beitrag zum frühen Insektenjahr.
Das behaarte Schaumkraut wächst unscheinbar, aber entschlossen. Es ist essbar, mild scharf und erinnert geschmacklich tatsächlich an Kresse. Ein typischer Frühlingsbegleiter am Wegesrand und im Garten, der zeigt, wie viel Essbares oft direkt vor den Füßen steht.
Besonders eindrücklich war der Besuch eines Ölkäfers. Ein ungewöhnlicher, fast archaisch wirkender Käfer, den man nicht oft sieht. So faszinierend er ist – anfassen sollte man ihn nicht: Der Ölkäfer sondert ein hautreizendes Sekret ab. Eine Begegnung, die daran erinnert, dass der Garten auch Lebensraum für seltene und empfindliche Arten ist.
