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Rettich innen schwarz – was tun bei Rettichschwärze?

Weiße Rettiche mit schwarzen Flecken außen, in diesem Stadium wird der Rettich innen schwarz
Schön gewachsen, doch die Rettichschwärze macht den Rettich erst außen, dann innen schwarz und ungenießbar.

Die Rettichschwärze ist hinterhältig: Oberflächlich sieht man lange Zeit gar nichts von irgendeiner Schädigung des Rettichs. Aber während das Kraut noch weiterhin üppig wächst, wird der Rettich innen schwarz und ist unterirdisch schon mehr oder minder stark geschädigt und ungenießbar geworden.

Warum ist mein Rettich innen schwarz?

Die Rettichschwärze befällt nicht nur Rettiche, sondern auch Radieschen und Eiszapfen. Verursacher ist ein mikroskopisch kleiner Bodenpilz mit dem wissenschaftlichen Namen Aphanomyces raphani. Der deutsche Name beschreibt das Schadbild treffend: Zunächst zeigt sich eine grau-bläuliche bis schwarze Einschnürung am Rettich. Im weiteren Verlauf verfärbt sich die gesamte Wurzel, reißt längs auf und wird im Inneren morsch. Verantwortlich dafür sind Pilzsporen im Boden, die über die Wurzeln oder kleine Verletzungen in die Pflanze eindringen. Das betroffene Gewebe stirbt ab – die typischen schwarzen Stellen sind die Folge.

Symptome der Rettichschwärze erkennen

Die folgenden Bilder zeigen den typischen Krankheitsverlauf im Detail: Von ersten äußeren Verfärbungen über schwarze Ringe bis hin zu Rettichen, die auch innen schwarz werden können. So kannst du die Symptome rechtzeitig erkennen und zwischen gesunden und befallenen Pflanzen unterscheiden.

Warum tritt die Rettichschwärze in meinem Garten auf?

Eine Reihe von Einflussfaktoren begünstigt den Bodenpilz Aphanomyces raphani, der dafür sorgt, dass der Rettich außen oder auch innen schwarz wird. Nicht alle Ursachen hat man als Gärtner:in selbst in der Hand – doch sie erklären, warum die Krankheit im eigenen Garten immer wieder auftreten kann:

  • Schwere, verdichtete Böden, die Staunässe begünstigen
  • Hohe pH-Werte (kalkhaltige Böden), die den Pilz fördern
  • Wiederholter Anbau von Rettich, Radieschen oder anderen Kreuzblütlern auf derselben Fläche
  • Feuchte Wetterperioden während der Wachstumszeit
  • Frischer Mist als Düngung, der Sporen zusätzlich aktivieren kann
  • Lange Überdauerungsfähigkeit der Sporen im Boden – oft mehr als 10 Jahre

Die ersten beiden Punkte – verdichtete Böden und hoher Kalkgehalt – treffen auch auf meinen Garten zu. Deshalb hatte ich regelmäßig mit der Rettichschwärze und den typischen Symptomen zu kämpfen.

Ist die Rettichschwärze giftig oder ist der Rettich noch essbar?

Ein von der Rettichschwärze befallener Rettich ist zwar nicht giftig, jedoch in der Regel kaum noch genießbar. Die schwarzen Verfärbungen entstehen durch das Absterben des Gewebes, nicht durch Giftstoffe. Bei einem sehr leichten Befall – etwa wenn außen nur kleine dunkle Stellen sichtbar sind – kann man die betroffenen Stellen großzügig ausschneiden und den Rest noch verwenden. Sobald der Rettich innen schwarz verfärbt ist oder matschig wird, ist er ungenießbar und sollte besser entsorgt werden.

Was kann ich gegen die Rettichschwärze tun?

Kulturtechnische Maßnahmen

Da es keine direkten Bekämpfungsmöglichkeiten gegen die Rettichschwärze gibt, sind vorbeugende Maßnahmen besonders wichtig. Nur so lässt sich verhindern, dass der Rettich innen schwarz wird und ungenießbar ist:

  • Keine enge Fruchtfolge: Kreuzblütler wie Rettich, Radieschen, Rucola oder Kohlarten nur alle 3–4 Jahre auf derselben Fläche anbauen.
  • Mindestens 3 Jahre Anbaupause zwischen Rettichkulturen einhalten.
  • Nur gesunde Pflanzen verwenden, befallene Pflanzenreste nicht kompostieren, sondern über den Restmüll entsorgen.
  • Für ausreichenden Pflanzabstand sorgen (Reihenabstand ca. 20 cm, in der Reihe ca. 15 cm).
  • Auf widerstandsfähige Sorten wie Schwarzen Rettich für Herbst- und Winteranbau ausweichen.
  • Boden lockern und Staunässe vermeiden – Mulchen mit Kompost verbessert die Struktur.
  • Tröpfchenbewässerung bevorzugen, statt mit dem Schlauch oder Regner zu gießen.

Weitere Maßnahmen gegen Rettichschwärze

Darüber hinaus gibt es weitere Methoden, die im Einzelfall sinnvoll sein können. Sie sind allerdings eher als ergänzende Maßnahmen zu sehen:

  • Hohe Boden-pH-Werte durch das Einbringen von Rindenmulch oder saurem Kompost absenken.
  • Porree als Vorfrucht soll den Befall mindern.
  • Auf gute Kaliversorgung des Gartenbodens achten.
  • Auf anfällige weiße Frühsorten verzichten und stattdessen Herbst- oder Winterrettiche anbauen.
  • Der Anbau von Deutschem Weidelgras soll den Befall verringern.
  • Vor der Aussaat den Boden mit Kalkstickstoff vorbereiten
    wirkt nur vorbeugend, nicht heilend; schwierig in der Handhabung, siehe Links
  • Keine Gründüngung mit Senf oder Ölrettich – beide gehören zu den Kreuzblütlern und fördern den Pilz zusätzlich.

Sortenwahl und Pflanzenstärkung

Die Wahl robuster Sorten ist ein wichtiger Baustein der Vorbeugung. Regelmäßig wird die resistente Sorte Neptun F1 empfohlen, eine Kreuzung zwischen deutschen und japanischen Sorten, die besonders für schwere Böden geeignet ist. Auch andere neuere Züchtungen zeigen eine gewisse Toleranz gegenüber der Rettichschwärze.

Pflanzenstärkung mit Bodenbakterien

Zur Vorbeugung können auch pflanzenstärkende Mittel eingesetzt werden, etwa Präparate mit Bacillus subtilis oder Bacillus amyloliquefaciens. Diese Mikroorganismen besiedeln den Wurzelbereich der Pflanzen und erschweren es den Sporen des Pilzes, sich dort auszubreiten. Dadurch wird die Anfälligkeit der Pflanzen verringert. Erhältlich sind entsprechende Produkte im Fachhandel, z. B. als Pulver zur Saatgutbehandlung oder als Flüssigpräparat für die Gießkanne.

Biologische Bodenhilfen

Auch die Anwendung von biologischen Präparaten mit Mykorrhiza oder Effektiven Mikroorganismen wird zunehmend erprobt. Die Wirkung ist nicht immer eindeutig nachweisbar, doch viele Gärtner:innen berichten von positiven Erfahrungen bei der Stabilisierung des Bodens und der Verbesserung des Pflanzenwachstums.

Tipp zur Vorbeugung: Pflanzrettiche selber ziehen

Eine bewährte Möglichkeit, um gesunde Pflanzen mit Vorsprung gegen die Rettichschwärze zu erhalten, sind sogenannte Pflanzrettiche. Dabei werden Rettiche zunächst in kleinen Töpfen oder Rollen vorgezogen und später ins Beet gesetzt. So wachsen sie kräftiger an und sind weniger anfällig für Krankheiten. ➡ Hier geht’s demnächst zur Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Häufige Fragen zur Rettichschwärze

Warum wird mein Rettich innen schwarz?

Wenn der Rettich innen schwarz wird, steckt fast immer die Pilzkrankheit Aphanomyces raphani dahinter, bekannt als Rettichschwärze. Sie befällt die Wurzel über den Boden und führt zu schwarzen Verfärbungen im Inneren.

Ist die Rettichschwärze giftig?

Nein, ein von der Rettichschwärze befallener Rettich ist nicht giftig. Die schwarzen Stellen entstehen durch abgestorbenes Gewebe, nicht durch Giftstoffe. Stark befallene Rettiche sind jedoch ungenießbar.

Kann man Rettich mit schwarzen Stellen noch essen?

Bei sehr leichtem Befall können kleine schwarze Stellen großzügig ausgeschnitten werden. Sobald der Rettich innen schwarz verfärbt oder matschig wird, sollte er entsorgt werden.

Wie kann man Rettichschwärze verhindern?

Vorbeugung ist entscheidend: weite Fruchtfolge (3–4 Jahre Anbaupause), lockere Böden ohne Staunässe, resistentere Sorten wie Neptun F1, und Pflanzenstärkung mit Bacillus-Präparaten helfen, die Krankheit einzudämmen.

Welche Sorten sind resistent gegen Rettichschwärze?

Besonders die Sorte Neptun F1 zeigt eine gute Widerstandskraft gegen die Rettichschwärze. Auch andere moderne Züchtungen sind teilweise tolerant, während anfällige weiße Frühsorten gemieden werden sollten.

Fazit

Die Rettichschwärze lässt sich nicht direkt bekämpfen. Mit vorbeugenden Maßnahmen wie weiter Fruchtfolge, gesunder Bodenstruktur, resistenten Sorten und gezielter Pflanzenstärkung kann man den Befall aber deutlich reduzieren. Nur so lässt sich verhindern, dass der Rettich innen schwarz verfärbt und ungenießbar wird.

Weiterführende Links

Rettich im Gartenblog

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