Wenn im Frühjahr die Anzuchtkästen auf den Fensterbänken mit Zucchinisamen bestückt werden oder das Gartencenter mit einer Vielzahl an Zucchinipflanzen lockt, ist die Vorfreude auf die Sommerernte groß. Zucchini gelten schließlich als dankbare, unkomplizierte Gartenpflanzen – und genau darin liegt später oft das „Problem“.
Inhaltsverzeichnis
Zucchinischwemme – was tun mit der Fülle?
Wer Zucchini im eigenen Garten hat oder das sommerliche Angebot an Sorten und Formen nutzen möchte, merkt schnell: Ein einzelnes Rezept reicht da nicht aus. Mal soll es schnell gehen, mal etwas für Gäste sein, mal ein Gericht, das sich gut vorbereiten oder sogar haltbar machen lässt.
Denn im Hochsommer geht es plötzlich ganz schnell: Die Pflanzen liefern im Akkord, die Küche kennt bereits die dritte Zucchinisuppe in Folge, und auch Nachbarn und Freunde sind längst versorgt. Spätestens dann stellt sich die mit jeder Zucchini dinglicher werdende Frage: Wohin mit der ganzen Zucchinischwemme – und wie lässt sich Zucchini kreativ verwerten?
Genau das ist der Moment, an dem man nach neuen Ideen sucht: Wie lässt sich Zucchini anders zubereiten, neu kombinieren oder vielleicht ganz ungewohnt einsetzen?
- Deswegen hat die Gartenwelt auf dieses Zucchini-Kochbuch gewartet: Zucchini: Wenn der Garten überquillt – über 70 Rezepte für dein Lieblingsgemüse (Buchvorstellung). Die Kochbuchautorin und Food-Bloggerin Sarah Tischer präsentiert in ihrem praxisorientierten Kochbuch umwerfende Ideen, wie sich Zucchini von herzhaft bis süß abwechslungsreich und saisonal verarbeiten lassen – von leichten Sommersalaten über Ofengerichte bis hin zu überraschenden süßen Varianten.
- In unserer Familie heiß geliebt: Zucchini Röllchen aus dem Ofen. Auch dieses Rezept, das auch größere Früchte wunderbar zur Geltung bringt, findet sich im Zucchini-Kochbuch von Sarah Tischer. Hier stelle ich jedoch mein eigenes, erprobtes Zucchini-Rezept vor.
Zucchini kreativ verwerten: Buch-Tipp mit über 70 Rezepten
Zucchini lassen sich weit vielseitiger verwerten, als es auf den ersten Blick scheint. Neben klassischen Ofengerichten wie den Zucchini-Röllchen entstehen aus der sommerlichen Ernte schnell ganz unterschiedliche Gerichte – von herzhaft bis frisch, von haltbar gemacht bis spontan aus der Pfanne.
Das Kochbuch „Zucchini: Wenn der Garten überquillt“ von Sarah Tischer setzt genau dort an, wo viele Gartenbesitzer im Sommer stehen: bei der Frage, wie sich die stetig wachsende Zucchiniernte abwechslungsreich verarbeiten lässt. Das auf Zucchiniverwertung spezialisierte Kochbuch bietet eine überraschend große Bandbreite an Ideen – von schnellen Alltagsrezepten bis hin zu etwas ausgefalleneren Kombinationen.
Gerade für Zucchini aus dem Garten zeigt sich diese Vielfalt besonders nützlich: Überschüsse können eingelegt oder eingemacht werden, kleinere Früchte landen direkt in der Pfanne, und auch Kombinationen mit anderen Gemüsen oder Pasta bieten immer wieder neue Möglichkeiten. Selbst als Pesto oder in herzhaften Puffern überrascht Zucchini mit ihrer Wandelbarkeit.
Die über 70 Rezepte decken ein breites Spektrum ab und zeigen, wie vielseitig Zucchini tatsächlich ist.
Buchdaten & Transparenzhinweis
Zucchini – Wenn der Garten überquillt: über 70 Rezepte für dein Lieblingsgemüse
- Autorin: Sarah Tischer
- Verlag: LV.Buch
- Erscheinungstermin: 09. Februar 2026
- Umfang: 176 Seiten
- Ausstattung: Hardcover, 19 × 24 cm
- Preis: 24,00 € (D) / 24,70 € (A)
- ISBN: 978-3-7843-5815-4
Das Zucchini-Kochbuch ist beim Verlag oder im Buchhandel erhältlich.
Hinweis:
Dieses Buch wurde mir als Rezensionsexemplar zur Verfügung gestellt. Die Bewertung basiert auf meiner persönlichen Einschätzung und erfolgt unabhängig vom Verlag.
Rezepte im Überblick: von Zucchini-Salat bis Zucchini-Kuchen
Besonders interessant ist der Ansatz für alle, die Zucchini nicht nur als Pfannengemüse sehen möchten. Die Rezepte zeigen, wie vielseitig das Sommergemüse eingesetzt werden kann: gebraten, gefüllt, geraspelt, gebacken, püriert oder sogar süß verarbeitet.
Die praxisnahen Zucchini-Rezepte decken ein breites Spektrum ab und reichen von Vorspeisen, Suppen und Hauptgerichten bis zu Aufstrichen, Brot und Kuchen. Damit wird das Buch zu einer praktischen Ideensammlung für die Zeit, in der der Garten mehr Zucchini liefert, als ein einzelnes Rezept auffangen kann.
Neben klassischen Vorspeisen und Beilagen finden sich Suppen, Pfannengerichte und Ofenrezepte ebenso wie Aufstriche, Brot und süße Varianten. Beispiele reichen von Zucchini-Salat und Carpaccio über Zucchini-Schnitzel, Currys und Aufläufe bis hin zu eher ungewöhnlichen Ideen wie Zucchini-Hummus oder Zucchini-Schoko-Tarte. Auch internationale Einflüsse sind erkennbar, etwa bei asiatisch oder orientalisch inspirierten Gerichten, die für Abwechslung sorgen.
Besonders gespannt bin ich auf den ersten Zucchini-Cocktail aus der Sommerernte.
Gerade diese Bandbreite macht das Buch interessant: Es liefert nicht nur viele, spannende Zucchini-Rezepte, sondern eröffnet unterschiedliche Wege, Zucchini je nach Anlass zu verwenden – schnell, alltagstauglich oder auch etwas kreativer für Gäste.
Für wen sich das Zucchini-Kochbuch lohnt
Das mit aussagekräftigen Rezeptfotos wunderbar illustrierte Buch richtet sich vor allem an Menschen, die regelmäßig Zucchini im Garten ernten oder bewusst saisonal kochen möchten. Wer nach einfachen, funktionierenden Rezepten sucht, wird hier ebenso fündig wie alle, die neue Ideen für die Zucchiniverwertung ausprobieren möchten.
Besonders sinnvoll ist es für alle, die mit der typischen Zucchinischwemme umgehen müssen: Statt immer wieder auf die gleichen Gerichte zurückzugreifen, bietet das Buch genügend Vielfalt, um die Ernte über mehrere Wochen hinweg abwechslungsreich zu verarbeiten.
Wer hingegen sehr detaillierte Angaben zu Nährwerten oder exakten Zubereitungszeiten erwartet, sollte wissen, dass der Fokus klar auf der Praxis und der Rezeptidee liegt. Insgesamt aber ein gelungenes, gut nutzbares Kochbuch für die sommerliche Küche – und eine sinnvolle Ergänzung zum eigenen Repertoire an Zucchini-Rezepten.
Zur Autorin
Sarah Tischer ist leidenschaftliche Köchin und Food-Bloggerin. Sie entwickelt Rezepte mit einem klaren Fokus auf saisonale, alltagstaugliche Küche. In ihrem Zucchini-Kochbuch verbindet sie kreative Ideen mit praktischer Umsetzbarkeit – ein Ansatz, der besonders für Hobbygärtner interessant ist, die ihre Ernte vielseitig nutzen möchten. Dabei stehen unkomplizierte Zutaten, klare Anleitungen und eine große Bandbreite an Zubereitungsarten im Mittelpunkt.
Zucchini-Röllchen aus dem Ofen: Rezept Schritt für Schritt
Meine Familie liebt sie – und die Zucchini-Röllchen müssen mindestens einmal pro Saison auf den Tisch kommen. In unserer Runde gibt es sie meist in zwei Varianten: vegan und klassisch. Das folgende Familienrezept zeigt die vegane Version, die sich aber ganz einfach abwandeln lässt: Der verwendete Bulgur kann problemlos durch Hackfleisch ersetzt werden.
Ein weiterer Pluspunkt dieses Zucchini-Rezepts neben tollem Geschmack und ansprechender Optik: Auch etwas größer geratene Exemplare lassen sich wunderbar verwenden – vorausgesetzt, das Fruchtfleisch ist noch fest und nicht schwammig.
Zucchini-Röllchen gehören auch zu den Klassikern, die sich in vielen Varianten wiederfinden – unter anderem im vorgestellten Zucchini-Kochbuch. Auf Seite 30 ist eine interessante Variante mit Spinat-Ricotta-Füllung zu finden.
Das folgende Rezept ist jedoch meine eigene, über die Jahre erprobte Version.
Zutaten für vegane Zucchini-Röllchen (Involtini)
Für die Röllchen:
- 3–4 mittelgroße Zucchini
- 120 g Bulgur
- Salz für das Blanchierwasser
- 2–3 EL Hefeflocken oder geriebener veganer Käse
- frische Kräuter, z. B. Petersilie oder Basilikum
Für die Tomatensoße und Füllung:
- 1 kleine Zwiebel
- 2 Knoblauchzehen
- 1 Dose gehackte Tomaten (ca. 400 g)
- 2 EL Tomatenmark
- 2 EL Olivenöl
- 1 TL Paprikapulver, edelsüß
- ½ TL Chiliflocken, optional
- 1 TL getrockneter Oregano oder Thymian
- Salz und Pfeffer
Zubereitung Schritt für Schritt
- Bulgur vorbereiten: Den Bulgur nach Packungsangabe mit heißem Wasser oder Gemüsebrühe übergießen und quellen lassen. Anschließend mit einer Gabel auflockern.
- Zucchini vorbereiten: Die Zucchini waschen und längs in ca. 3 mm dünne Scheiben schneiden oder hobeln. Die Scheiben sollten möglichst gleichmäßig und trotzdem nicht zu dünn sein.
- Zucchinischeiben kurz blanchieren: Die Zucchinischeiben etwa 1 Minute in kochendes Salzwasser geben, anschließend kalt abschrecken und gut abtropfen lassen. So werden sie flexibler und lassen sich später leichter aufrollen.
- Tomatensoße ansetzen: Zwiebel und Knoblauch fein hacken. In Olivenöl glasig anbraten, dann das Tomatenmark zugeben und kurz mitrösten. Die gehackten Tomaten einrühren und mit Paprikapulver, Oregano oder Thymian, Salz, Pfeffer und optional Chiliflocken würzen. Die Soße einige Minuten einkochen lassen.
- Füllung herstellen: Einen Teil der Tomatensoße abnehmen und mit dem gequollenen Bulgur vermengen. Die Füllung sollte würzig und gut gebunden sein, aber nicht zu feucht. Falls sie zu weich wirkt, kurz weiterziehen lassen oder etwas mehr Bulgur unterrühren.
- Saucenbett vorbereiten: Die restliche Tomatensoße in eine Auflaufform oder ofenfeste Pfanne geben und gleichmäßig verteilen. Die Röllchen werden später direkt in dieses Saucenbett gesetzt.
- Zucchini-Röllchen formen: Jeweils etwas Bulgurfüllung auf eine blanchierte Zucchinischeibe geben und vorsichtig aufrollen. Die gefüllten Zucchini-Röllchen dicht nebeneinander in die Tomatensoße setzen.
- Überbacken: Die Zucchini-Röllchen mit Hefeflocken oder geriebenem veganem Käse bestreuen. Im vorgeheizten Ofen bei 180 °C Ober-/Unterhitze etwa 25–30 Minuten backen, bis die Röllchen gar sind und die Oberfläche leicht gebräunt ist.
- Servieren: Vor dem Servieren mit frischen Kräutern bestreuen. Dazu passen ein knackiger Salat, frisches Brot oder einfach pur. Wer mag, kann die Röllchen vor dem Servieren noch mit etwas Olivenöl beträufeln.
Bilderstrecke Schritt für Schritt
Alle Bilder: © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog
Tipps für perfekte Zucchini-Röllchen
- Zucchini nicht zu dick schneiden: Dünne Scheiben lassen sich deutlich besser rollen. Mit einem Gemüsehobel gelingen gleichmäßige Streifen am einfachsten.
- Kurz blanchieren lohnt sich: Ein kurzes Bad in kochendem Wasser macht die Zucchinischeiben weich und flexibel – so brechen sie beim Aufrollen nicht.
- Größere Zucchini gezielt nutzen: Gerade etwas größere Exemplare eignen sich gut für dieses Rezept, solange das Fruchtfleisch noch fest ist.
- Füllung nicht zu feucht halten: Die Bulgurmasse sollte gut gebunden sein. Ist sie zu flüssig, laufen die Röllchen beim Rollen auseinander.
- Eng setzen in der Form: Die Zucchini-Röllchen dicht nebeneinander in die Auflaufform setzen, damit sie beim Backen ihre Form behalten.
- Variieren erlaubt: Statt Bulgur kannst du auch Couscous oder – für die klassische Variante – Hackfleisch verwenden. Oder wie im Rezept von Sarah Tischer: Spinat und Ricotta.
Zucchini-Links
- Zucchini zubereiten: Rezepte und Tipps
für die tiefere Recherche - Zucchini: Gefüllt, gegrillt und als Puffer ein Genuss
gesehen beim NDR - Kochen mit Zucchini – Tipps und Tricks
gefunden im SevenCooks-Magazin
Zucchini-Infos im Gartenblog
- Kletterzucchini gibt es nicht
Zucchini muss man hochbinden!