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Das Bäuerinnen-Einkochbuch – Vorratshaltung mit traditionellen Rezepten

Selbstgemachte Vorräte: Fermentiertes Gemüse, Erdbeermarmelade und Spitzwegerichsirup und Weiteres in Einmachgläsern
Ob süß oder herzhaft: Selbstgemachte Vorräte und Fermentiertes aus dem Garten. Foto © Johann Seidl, Freisinger Gartenblog
 
 

Herbstzeit ist Erntezeit! Da kommt ein Buch gerade recht mit dem zeitlosen Know-how, den Sommer ins Glas zu bringen und für den Winter vorzusorgen.

Altes Know-how vom Lande – bewährt und alltagstauglich

Das Bäuerinnen Einkochbuch
Das Bäuerinnen Einkochbuch. Foto: Verlag

Wenn die Körbe voll sind, die Bäume noch einmal alles geben und das Gemüse aus dem Beet drängt, stellt sich ganz automatisch die alte Frage: Wie bewahre ich diese Fülle für den Winter? Genau hier setzt Das Bäuerinnen-Einkochbuch an – mit zeitlosem Wissen, erprobten Rezepten und einer Haltung, die Vorratshaltung nicht als Trend, sondern als gelebte Selbstverständlichkeit begreift

Bäuerinnen wissen seit jeher, wie man Obst, Gemüse und Kräuter aus Garten, Feld und Wald haltbar macht. Dieses Wissen ist über Generationen gewachsen, angepasst an Jahreszeiten, regionale Gegebenheiten und das, was gerade verfügbar ist. Das Bäuerinnen-Einkochbuch macht genau dieses Erfahrungswissen zugänglich – ohne Schnörkel, aber mit viel Substanz.

Ob Marmeladen, Gelees und Kompotte, ob Einlegen in Essig, Öl oder Salz: Die Rezepte basieren auf einfachen Prinzipien, sauber erklärt und so angelegt, dass sie auch ohne Spezialausrüstung gelingen. Gleichzeitig spürt man auf jeder Seite, dass hier nicht aus theoretischen Kochbüchern abgeschrieben wurde, sondern aus echten Hofküchen.

Buchdaten & Transparenzhinweis anzeigen

Titel: Das Bäuerinnen-Einkochbuch – Von süßen Marmeladen bis zu sauren Gurken

  • Herausgeber: Leopold Stocker Verlag
  • Erscheinungstermin: 15. Mai 2014
  • Auflage: 2.
  • Sprache: Deutsch
  • Seitenzahl: 128 Seiten
  • ISBN-10: 3702014705
  • ISBN-13: 978-3702014704
  • Abmessungen: 17,2 × 1,5 × 24,9 cm

Hinweis: Das Buch wurde mir nicht kostenfrei zur Verfügung gestellt. Die Buchbesprechung basiert auf eigener Lektüre und spiegelt meine persönliche, unbeeinflusste Einschätzung wider.

Von Klassikern bis zu kreativen Varianten

Die Rezeptpalette beginnt bewusst bei den großen Klassikern: Erdbeer-, Ribisel-, Kirsch- und Marillenmarmelade bilden das solide Fundament. Wer einkocht, kennt diese Rezepte – und erwartet zu Recht, dass sie funktionieren. Doch dabei bleibt das Buch nicht stehen.

Mit einem ordentlichen Maß an Kreativität entstehen darüber hinaus spannende Varianten wie Himbeer-Sekt-Marmelade, Paprikamarmelade oder eine weihnachtliche Mischung aus Pflaumen und Orangen. Auch weniger Alltägliches wie Vogelbeergelee oder Apfelgelee mit Preiselbeeren und Kren findet seinen Platz. Diese Rezepte zeigen, wie sich vertraute Früchte mit neuen Akzenten kombinieren lassen, ohne ins Experimentelle abzudriften.

Süß und sauer – klar gegliedert, gut erklärt

Fermentiertes Rettich-Kimchi (Kkakdugi) im Einmachglas nach 5 Tagen
Nach fünf Tagen Fermentation: Rettich-Kimchi im Vorratsglas.

Die rund 50 Rezepte des Buches sind übersichtlich in zwei große Bereiche gegliedert: süß und sauer. Vor jedem dieser Abschnitte steht eine hilfreiche Einführung, die nicht nur die Rezepte einleitet, sondern grundlegendes Wissen vermittelt. Benötigtes Material, Hygiene beim Einkochen, Lagerung und typische Fehler werden klar benannt.

Gerade für Einsteigerinnen und Einsteiger ist das ein großer Pluspunkt: Man wird nicht einfach mit Rezepten allein gelassen, sondern erhält das nötige Handwerkszeug, um eigene Vorräte sicher und haltbar herzustellen.

Das koreanische Kimchi Kakduki findet sich verständlicherweise nicht als Rezept im Bäuerinnen. Kochbuch ;)
Wer mehr darüber erfahren will, findet alles darüber im Gartenblog unter: Kkakdugi – Rettich-Kimchi selber machen

Wenn der Sommer nicht nur süß ist

Die Erntezeit schenkt nicht nur Obst, sondern auch eine Fülle an Gemüse – und diesem Bereich räumt das Buch erfreulich viel Platz ein. Essiggurken, eingelegte Paprika oder grüne Tomaten gehören ebenso dazu wie Russenkraut, Käferbohnen oder Pilze. Knoblauch und Pfefferoni in Öl zeigen, wie sich intensive Aromen konservieren lassen, ohne sie zu verfälschen.

So lebt der Sommer im Glas weiter und verwandelt die winterliche Jause in einen gesunden, selbstgemachten Genuss. Gerade hier zeigt sich die Stärke bäuerlicher Küche: pragmatisch, saisonal und immer mit Blick auf den Vorrat.

Kräuter, Salz und Konzentration auf das Wesentliche

Ein oft unterschätzter Bereich der Vorratshaltung sind Kräuter und Suppengemüse. Auch hier setzen die Bäuerinnen auf einfache, aber wirkungsvolle Methoden – etwa das Haltbarmachen mit Salz. Das volle Aroma bleibt erhalten und steht der Winterküche jederzeit zur Verfügung.

Diese Rezepte erinnern daran, dass Konservieren nicht zwangsläufig Zucker, Essig oder lange Zutatenlisten braucht. Manchmal reicht Konzentration auf das Wesentliche – ein Ansatz, der gerade heute wieder an Bedeutung gewinnt.

Persönlicher Eindruck

Jetzt, wo die späten Zwetschgen reif werden, reizt es mich besonders, einen echten Powidl zu kochen – eine österreichische Zwetschgenmarmelade, die Geduld verlangt und genau deshalb so besonders ist. Auch der pikant eingelegte Kürbis hat bei mir sofort Erinnerungen geweckt: an Geschmäcker aus der Kindheit, die man lange sucht und selten findet.

Das Bäuerinnen-Einkochbuch ist kein modernes Food-Styling-Buch, sondern ein zuverlässiger Begleiter für alle, die ihre Ernte ernst nehmen. Es richtet sich an Gartenmenschen, Selbstversorgerinnen, Hofläden – und an alle, die den Sommer nicht im Supermarktglas, sondern im eigenen Vorratsregal wiederfinden möchten.

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