Rettich spiralisieren wie im Biergarten: Test eines Rettich-Spiralschneiders

Nächste Woche dürften meine Rettiche so weit sein, dass ich die ersten aus der Erde ziehen kann. Zeit also für einen kleinen Praxistest: einen Rettich-Spiralschneider. Die Geräte kennt man vor allem aus Biergärten, wo der Rettich in endlosen Spiralen aufgeschnitten, gesalzen und zum Brot serviert wird. Zu Hause landet der Rettich dagegen meist in Scheiben oder groben Stiften auf dem Teller – praktisch, aber optisch wenig spektakulär.
Inhaltsverzeichnis
Rettich aus dem Garten – Tradition und Alltag
Schon mein Vater hat in seinem Gemüsegarten Rettiche angebaut und sie für die Abendbrotzeit hergerichtet. Mit ruhiger Hand schnitt er sie längs in feine, gleichmäßige Blätter, die an der Rettichspitze gerade noch zusammenhielten. Dann wurde gesalzen, kurz gewartet – und der Rettich war genau so, wie man ihn klassisch kennt: würzig, saftig, angenehm knackig. Ich habe diese Technik immer wieder probiert, aber so gleichmäßig und dünn wie bei ihm wurde es nie. Ein Messer verzeiht keine Ungeduld, und beim Rettich merkt man jeden schiefen Schnitt.
In unserem Alltag wird der Rettich deshalb meistens gehobelt oder in Scheiben geschnitten. Das geht schnell und zuverlässig, ist aber eben nicht dieser „Biergarten-Look“. Heuer probiere ich es daher einmal mit einem Spiralschneider. Da sollen die Rettiche fast von allein so schön werden, wie man sie auf einer Brotzeitplatte gern sieht. Außerdem heißt es, man könne damit nicht nur Rettich, sondern auch Gurken, Zucchini oder Kartoffeln spiralisieren – und genau da kommt mein zweiter Grund ins Spiel.
- mehr zum Rettich im Gartenblog
Warum ein Spiralschneider? Kartoffelspiralen als Auslöser
Eigentlich hat mich mein Sohn auf die Idee gebracht, einen Spiralschneider zu besorgen. Er hat in einer Kneipe frittierte Kartoffelspiralen bekommen – am Spieß, knusprig, gut gewürzt, wie Kartoffelchips in einer deutlich unterhaltsameren Form. Wir wollten einfach wissen, ob das zu Hause klappt. Und wenn ich schon so ein Gerät teste, dann bitte gleich mit dem, wofür es in Bayern fast erfunden scheint: dem Rettich aus dem eigenen Garten.
Rettichschneider – Bildergalerie zur Montage und Einsatz
In der Bildergalerie sieht man zuerst, wie der Spiralschneider aus der Schachtel kommt: Griff, Spindel, Haltestab und die Schneideeinheit sind separat verpackt. Beim Auspacken fällt sofort auf, dass die Schneide sehr scharf ist. Die Spindel ist zwar durch eine Hülse geschützt, dennoch sollte man die Folie vorsichtig entfernen und die Teile am besten so anfassen, wie man auch ein Küchenmesser behandelt: mit Respekt. Der Griff sitzt oben auf der Spindel und ist geriffelt, damit man beim Drehen guten Halt hat. Die Montage selbst ist unkompliziert und ohne Werkzeug möglich – einmal zusammengebaut, ist sofort klar, wie das Prinzip funktioniert: Der Rettich wird vorn fixiert und durch gleichmäßiges Drehen in die Spirale geschnitten.
Der zweite Teil der Galerie zeigt den Einsatz Schritt für Schritt: Der Rettich wird am Schopf angesetzt (der Hersteller weist ausdrücklich darauf hin, den Schopf nicht abzuschneiden), dann beginnt man zu drehen. Schon nach wenigen Umdrehungen entsteht eine saubere, gleichmäßige Spirale, die optisch wirklich Spaß macht. Wenn man tiefer kommt, muss man den Haltestab an der Spindel „freilegen“, damit er die Spirale weiter aufnehmen kann – sonst steht man am Ende da und muss mit einer Gabel nachhelfen oder den Rest per Hand einschneiden. Interessant ist auch der Ausflug zur Gurke: Anfangs klappt es gut, später verliert die Gurke jedoch an Stabilität, sodass die Spirale nicht mehr zuverlässig gehalten wird. Kartoffeln dagegen funktionieren überraschend gut: Die Spirale wird stabil, lässt sich sauber schneiden und eignet sich perfekt, um daraus frittierte Kartoffelspiralen zu machen.
Praxisfazit: Was taugt der Spiralschneider?
Ein Rettich-Spiralschneider ist sicher kein unverzichtbares Küchengerät. Wer nur schnell etwas für die Brotzeit schneiden will, ist mit Messer oder Hobel weiterhin am schnellsten. Aber: Für gleichmäßige Spiralen ist das Gerät klar im Vorteil – und zwar ohne die „ruhige Hand“, die mein Vater damals hatte. Beim Rettich macht der Spiralschnitt nicht nur optisch etwas her, er verteilt auch Salz gut und sorgt dafür, dass die Scheiben locker fallen und sich leicht portionsweise abnehmen lassen.
Als kleines Extra lohnt sich der Spiralschneider vor allem dann, wenn man ihn vielseitig nutzt: Rettich für die Brotzeitplatte, Kartoffeln für knusprige Spiralen aus dem Topf oder der Fritteuse – und gelegentlich vielleicht auch Zucchini, wenn es in der Küche schnell gehen soll. Unterm Strich ist es eine Mischung aus Spielerei und brauchbarem Werkzeug: nicht nötig, aber überraschend praktisch, wenn der Rettich frisch aus dem eigenen Beet kommt und man Lust auf Biergartenoptik daheim hat.
Links
- Rettichschneider – Aufspießen und drehen (Praxistest zu Handhabung, Nutzen und Grenzen)
Gesehen beim Verein für Konsumenteninformation (KONSUMENT) - Radi-Spiralen ohne Spezialgerät schneiden (Vergleich Messer vs. Spiralschneider)
Gefunden bei bayerische-spezialitaeten.net - Rettich schneiden – Stil am Buffet (verschiedene Schneidetechniken, inkl. Spiralen)
Entdeckt bei Messerspezialist
