Grüne Tomaten Rezepte sind gefragt, wenn am Strauch viele Früchte nicht mehr ausreifen – sei es im kühlen Spätherbst oder schon im Sommer, wenn die Braunfäule zuschlägt. Bekannt wurden sie auch durch den Kinohit „Grüne Tomaten“, in dem gebratene Früchte auf der Karte stehen. Mein Grüne-Tomaten-Rezept ist ein würziges Chutney, das unreife Tomaten schmackhaft verwertet.
Inhaltsverzeichnis
Grüne Tomaten Chutney: Rezept
Dieses Grüne-Tomaten-Chutney ist würzig, fruchtig-säuerlich und eine perfekte Möglichkeit, unreife Tomaten haltbar zu machen.
Zutaten für Grüne-Tomaten-Chutney
- 1 kg grüne Tomaten
- 1–2 Äpfel (gern auch Fallobst) und 2–3 Zwetschgen
- 1–2 mittelgroße Zwiebeln
- Salz und frisch gemahlener Pfeffer nach Geschmack
- 330 g Zucker
- 80 g Rosinen
- 250 ml heller Haushaltsessig (z. B. Branntwein- oder Apfelessig)
- 2 TL Senfkörner
- 1 TL Koriandersamen, ganz
- ½–1 Chilischote (nach Schärfewunsch)
- 2 Nelken
- ½ TL Kurkuma
- 1 Stück frischer Ingwer (ca. 3 cm)
- 3–4 Knoblauchzehen
Zubereitung: Chutney aus grünen Tomaten
- Ingwer und Knoblauch schälen und fein würfeln oder in Scheiben schneiden.
- Tomaten und Äpfel in ca. 1 cm große Würfel schneiden, Zwetschgen entsteinen und klein schneiden, Zwiebeln hacken.
- Knoblauch und Ingwer in einem großen Topf in etwas Olivenöl sanft glasig dünsten, nicht braun werden lassen.
- Tomaten, Äpfel, Zwetschgen, Zwiebeln und Rosinen zugeben, mit Essig aufgießen und aufkochen.
- Zucker und Gewürze hinzufügen, alles gut verrühren.
- Etwa 45–60 Minuten bei kleiner Hitze offen köcheln lassen, bis die Masse sämig eingedickt ist. Dabei regelmäßig umrühren, damit nichts am Topfboden ansetzt.
- Sofort heiß in sterilisierte Gläser füllen, fest verschließen und auskühlen lassen.
Tipps, Verwendung und Nährwerte
Achtung bei der Zubereitung! Wenn das Chutney dick wird, kann es beim Rühren stark aufwallen und spritzen. Ursache ist der Siedeverzug (Wikipedia). Nehmt also einen langen Kochlöffel und haltet den Deckel beim Rühren etwas darauf! Wenn das Chutney schön eingedickt und rotbraun geworden ist, kann es in heiße Gläser gefüllt werden.
Ich schwöre auch beim Abfüllen vom Chutney auf den Einmach- oder Marmeladentrichter. Da kleckert nichts und man verbrennt sich auch mit dem heißen Chutney nicht die Finger!
Das fertige Chutney ergibt ca. 4–5 Gläser à 200 ml. Kühl und dunkel gelagert hält es sich gut ein Jahr bis zur nächsten Grillsaison im Sommer und wird mit etwas Lagerungszeit immer besser.
Das Grüne-Tomaten-Chutney ist gut geeignet als Beilage zu allen Grillgerichten wie Steaks aller Art, Bratwurst und -Käse und auch zu gegrilltem Gemüse!
Jenseits der Grillsaison kann es zur Verfeinerung von Soßen, zur deftigen Brotzeit oder als Dip zu Tortilla-Chips verwendet werden.
Nährwerte pro 100 g (ca.)
Energie: 120 kcal | Kohlenhydrate: 28 g | davon Zucker: 25 g | Fett: 0,5 g | Eiweiß: 1,0 g | Ballaststoffe: 2 g | Salz: 0,1 g
Weitere Rezepte mit grünen Tomaten
Neben dem klassischen Chutney lassen sich grüne Tomaten auch auf andere Weise verwerten. Ein beliebtes Rezept ist grüne Tomaten Marmelade, die durch den hohen Fruchtsäuregehalt eine angenehm frische Note bekommt. Mit Äpfeln, Zitrone und Gelierzucker eingekocht, entsteht ein Aufstrich, der süß-säuerlich schmeckt und gut zu Käse passt.
Ebenfalls bekannt sind gebratene grüne Tomaten, die nicht zuletzt durch den gleichnamigen Film Kultstatus erlangt haben. Dafür werden die Tomatenscheiben in Mehl oder Maismehl gewendet und in der Pfanne knusprig ausgebacken – ein einfaches, aber raffiniertes Gericht.
Wer es würziger mag, kann ein Relish aus grünen Tomaten zubereiten. Es ähnelt dem Chutney, ist jedoch weniger süß und passt hervorragend zu Gegrilltem oder als Dip. Durch die Kombination mit Zwiebeln, Paprika und Essig entsteht ein frischer, leicht säuerlicher Geschmack, der sich lange im Glas hält.
Diese Rezepte beziehen sich eigentlich auf sogenannte „echte Grüne Tomaten“ – also Sorten, die im reifen Zustand grün bleiben (z. B. Green Zebra oder Evergreen). Sie lassen sich ebenso gut mit unreifen Früchten normaler Tomatensorten umsetzen, die wegen Braunfäule oder Kälteeinbruch geerntet werden müssen. Der Unterschied liegt im Geschmack und im Solaningehalt: Grüne Sorten sind vollreif, aromatisch und weitgehend unbedenklich, während unreife Tomaten etwas herber sind und sorgfältiger verarbeitet werden sollten.
Mit diesen Varianten zeigt sich: Grüne Tomaten sind nicht nur eine Notlösung bei Braunfäule oder Spätherbst-Kälte, sondern bieten eine überraschende Vielfalt in der Küche.
Sind grüne Tomaten giftig?
Grüne Tomaten gehören wie Kartoffeln zu den Nachtschattengewächsen und enthalten Solanin – ein Alkaloid, das in größeren Mengen giftig wirken kann. Besonders konzentriert ist es in der Schale sowie im Strunk- und Stielansatz. Wird dieser Teil vor der Verarbeitung großzügig entfernt, sinkt der Solaningehalt deutlich. Wichtig: Solanin ist hitzestabil – langes Kochen baut es nicht ab.
Wie riskant sind grüne Tomaten nun wirklich? Der Solaningehalt variiert je nach Sorte und Reifegrad stark. Als Faustregel gilt: Ab etwa 200 mg Solanin können leichte Vergiftungserscheinungen auftreten – dafür bräuchte es jedoch deutlich mehr als ein Pfund rohe, unreife Tomaten. Kinder und empfindliche Personen reagieren allerdings schneller.
Solanin in grünen Tomaten – die Dosis macht das Gift
In Maßen genossen sind grüne Tomaten unproblematisch. Niemand isst ein halbes Kilo Chutney auf einmal – zudem werden die Tomaten meist mit halbreifen Früchten und anderen Zutaten gemischt. Ganz kleine, harte Früchte sollte man meiden, da sie besonders viel Solanin enthalten. Größere, gesunde grüne Tomaten lassen sich dagegen gut verwerten.
Zum Vergleich: Schon 100–150 g Salz gelten für Erwachsene als tödlich; bei Muskatnuss können wenige Gramm gesundheitsschädlich sein. Diese Beispiele zeigen: Es kommt immer auf die Menge an.
Mit dem richtigen Grüne-Tomaten-Rezept lässt sich die Ernte retten: Ein würziges Chutney kombiniert unreife Tomaten mit Äpfeln und Gewürzen – so entsteht ein haltbares, aromatisches Ergebnis.
Grüne Tomaten nachreifen lassen vs. sofort verarbeiten
Bevor sich Krankheiten wie die Tomaten-Braunfäule stark ausbreiten und die Früchte befallen, sollten Tomaten rechtzeitig geerntet werden. Halbreife Früchte können noch nachreifen, grüne Tomaten eignen sich dagegen für Rezepte wie Chutney, Relish oder Marmelade.
Mit dem Nachreifen lassen oder sofort Verarbeiten von grünen Tomaten bleibt also ein wertvoller Teil der Ernte erhalten – und es entstehen ganz eigene Geschmacksnoten, die über das Aroma vollreifer Früchte hinausgehen.
Grüne Tomaten nachreifen lassen – Tipps
Nicht alle grünen Tomaten müssen sofort verarbeitet werden – viele Früchte können noch nachreifen, wenn man die richtigen Bedingungen schafft. Entscheidend ist, dass die Tomaten im Stadium mature green geerntet wurden: Sie haben ihre volle Größe erreicht, sind fest, glänzen weniger und lassen sich dann zuverlässig nachreifen.
- Fensterbank: Lege die halbreifen Tomaten auf eine helle, aber nicht vollsonnige Fensterbank. Temperaturen zwischen 18 und 21 °C sind ideal. Direkte Hitze oder Sonne können die Früchte weich und schrumpelig machen.
- Bananen-Trick: Tomaten zusammen mit einer Banane oder einem Apfel in eine Papiertüte oder Kartonschachtel legen. Diese Früchte geben Ethylen ab, ein Reifegas, das den Prozess deutlich beschleunigt.
- Papiertüte oder Zeitungspapier: Eingewickelt reifen Tomaten gleichmäßiger und sind vor Licht geschützt. Wichtig: Täglich lüften und kontrollieren, damit sich kein Schimmel bildet.
- Aufhängen der Pflanze: Wer noch ganze Tomatensträucher mit grünem Fruchtbehang hat, kann diese mit Wurzeln ausreißen und kopfüber in einem warmen, trockenen Raum aufhängen. So reifen die Früchte langsam nach.
Wichtig: Temperaturen unter 10 °C stoppen den Reifeprozess. Lagere grüne Tomaten daher nicht in kalten Kellern oder im Kühlschrank. Mit etwas Geduld färben sich die Früchte von grün über hellgelb zu rot – und können dann wie gewohnt verzehrt werden.
